Schaut man sich die FinTech-Landschaft dort an – das Webmagazin hat hierfür eine anschauliche Grafik erstellt – dann könnte man meinen, die jungen Finanz-Start-ups sprießen geradezu aus dem Berliner Boden. Natürlich spielt auch Rocket Internet als Start-up-Fabrik mit Spaß an FinTechs eine große Rolle, um die Stadt als FinTech-Valley zu positionieren. Mit der „NFC-City Berlin“ wurde zudem eine große Mobile-Payment-Initiative angekündigt – umgesetzt in der Hauptstadt. Frankfurt hat hier leider erneut das Nachsehen.

„Das FinTech-Start-up-Ökosystem mit der größten Anziehungskraft, gemessen an der Diversität, dem Wagniskapital, der absoluten Anzahl an Start-ups, Investoren und Veranstaltungen sowie dem Volumen der Exits ist eindeutig Berlin“, schreibt Ralf Keuper von Bankstil in seiner Analyse der FinTech-Ökosysteme in Deutschland. Obwohl vieles für Berlin spricht, sei es doch überraschend, „dass Frankfurt als unbestrittene Finanzmetropole Deutschlands nicht auch über das größte und diverseste FinTech-Start-up-Ökosystem verfügt“.

Ich bin ebenfalls überrascht, dass sich Frankfurt als digitaler Finanz-Standort so schlecht positioniert. Spielt sich doch schon alles, wirklich alles in Berlin ab, einiges noch in Hamburg und Köln. Frankfurt scheint als Start-up-Standort so unattraktiv zu sein wie ein 15 Jahre alter Fiat für Sebastian Vettel. Die Hoffnung, dass Hessen für junge Digitale anziehend wirkt und sich Frankfurt zumindest die FinTechs schnappt, löst sich gerade in Luft auf.

Ja, Berlin hat zwar gewonnen. Aber wenn die Gründer ihr Modell den großen Banken schmackhaft machen wollen – dann, ja dann kommen sie am Rhein-Main-Gebiet nicht vorbei. Ihr seid hier trotzdem willkommen.