Mit Männern in Hoodies – ein bisschen Klischee muss sein – wollen die beiden Veranstalter-Start-ups die klassische und stationäre Bankenwelt angreifen. Dabei greifen sie allerdings auf die Hilfe der Geldhäuser zurück, denn die haben das Event mitgesponsert. Neun Banken, darunter die Deutsche Bank und HypoVereinsbank, sind unter den Geldgebern. Und hoffen auf diese Weise, das Spiel um die Zukunft des Banking nicht zu verlieren. Ein Teilnehmer twittert später die entscheidende Frage: „Würdest du lieber in ein Start-up investieren, das die bessere Bank sein will?“ Oder in das Start-up, das mit den Banken kooperiere?

Und so sammeln sich am Montagmorgen die Teams aus je vier Entwicklern an 20 Tischen im Social Impact Lab in Frankfurt, einem Coworking-Space. An hellen Funktionstischen sitzen die Vierer-Teams wie bei einer Gruppenarbeit in der Schule. Nur die vielen Mac-Computer erinnern daran – es geht um etwas anderes.

Christian König, Patrick Brückner und Florian Christ arbeiten an der Demo für ihr Start-up Fino.  (Quelle: Caspar Schlenk)

Christian König, Patrick Brückner und Florian Christ (von links nach rechts) arbeiten an der Demo für ihr Start-up Fino.
(Foto: Caspar Schlenk)

Doch bevor es mit dem Hacken losgehen kann, bricht das Internet zusammen. Das Team von Florian Christ, das an der Kontowechsel-Technik arbeitet, wird unruhig. „Wo ist das Internet, irgendwo muss es ja sein“, scherzt Alexander Vey aus dem Fino-Team. Die Entwickler versuchen, über einen Hotspot ins Netz zu gehen. Die Zeit rennt. Durch die Wärme der Computer beginnt die Schokolade auf dem Tisch zu schmelzen.

Die Idee des einfachen Kontowechsels verfolgt Florian Christ schon seit ein paar Monaten. Dafür will er eine Technik entwickeln, die Lastschriften wie Stromrechnung, Kfz-Versicherungen und Handyverträge auf dem Konto erkennt. Automatisch erfahren die Versicherung und der Telefonanbieter dann die neuen Kontodaten. „Das Konto lässt sich so in acht Minuten wechseln“, erklärt Christ. Während des Hackathons wollen er und sein Team eine weitere Funktion fertigbauen: Kennt die Datenbank die Adresse der Lastschrift nicht, beispielsweise ein kleiner Sportverein, kann der Nutzer einfach eine Rechnung abfotografieren. Die Adresse des Vereins erkennt das System automatisch.