Aber bei vielen Geschäftsmodellen kommt es doch gerade am Anfang darauf an, möglichst schnell zu wachsen. Zum Beispiel im Bereich E-Commerce oder Fintech.
Natürlich gibt es Branchen, in denen man mit einem 4-Stunden-Start-up schneller an Grenzen stößt. Und das sollte man bei der Wahl des Geschäftsmodels auch berücksichtigen. Am besten eignen sich Ideen, bei denen man nicht auf Venture Capital angewiesen ist und wo zumindest am Anfang ein langsameres Wachstum ausreicht. Was aber nicht heißt, dass man nicht auch mit einem 4-Stunden-Start-up groß werden kann. Die Gründer von DeinBus haben ihre Firma zwei Jahre lang neben dem Studium aufgebaut. Heute ist ihr Unternehmen in ganz Deutschland bekannt.

„Familienfreundlich ist Gründen nicht“

Ein Studium bietet mehr Freiheiten als ein fester Job. Wie haben Sie Ihrem Chef damals klar gemacht, dass Sie ab jetzt Ihr eigenes Ding machen?
Davor hatte ich tatsächlich Angst, aber zum Glück hat mein Chef sehr verständnisvoll reagiert. Ich habe ihm offen gesagt, was ich vorhabe und so gezeigt, dass mein Projekt nicht in Konkurrenz zum Unternehmen steht. Wie in meinem Buch beschrieben, ist es wichtig, dem Vorgesetzten klar zu machen, dass langfristig auch er profitiert: Die Erfahrungen, die Arbeitnehmer mit ihrem Start-up machen, können sie ins Unternehmen einbringen. Studien zeigen, dass nur einer von vier Gründern seinen festen Job aufgeben will.

Wie viel Zeit haben Sie neben Ihrer Arbeit tatsächlich ins Gründen investiert?
Sehr viele Feierabende und auch Wochenenden. Familienfreundlich ist das nicht, da sollte man sich keine Illusionen machen. Umso wichtiger ist es, sich eine Tätigkeit zu suchen, die einem wirklich Spaß macht. Ein 4-Stunden-Start-up ist gut für Leute, die eine Leidenschaft haben und damit Geld verdienen wollen. Für Menschen, denen geregelte Arbeitszeiten wichtig sind, ist es nicht das Richtige.

Herr Plötz, vielen Dank für das Gespräch.