Das Potsdamer Start-up schließt eine Finanzierungsrunde ab. Vom Versicherer W&W kommen jetzt Kapital und Know-how, von Springer wichtige Werbeplätze.

Eine App statt einem Küchenkalender mit mehrfarbigen Markierungen: Mit seiner Anwendung Looping will das Start-up Familynet das Verwalten von Terminen vereinfachen. Damit zielen die Potsdamer auf Familien, Sportvereine oder Hobbygruppen, die sich auf Daten einigen und den Austausch organisieren müssen.

Zwei neue Gesellschafter steigen jetzt bei Familynet ein. Mit dabei ist der Ludwigsburger Finanzdienstleister W&W mit einem einstelligen Milllionenbetrag. Die Gruppe, zu der unter anderem die Bausparkasse Wüstenrot und der Versicherer Württembergische gehören, investiert seit einiger Zeit in digitale Vorsorgethemen.

Über die Digitaltochter W&W Brandpool treibt die Gruppe eigene Projekte voran, investiert aber auch in Start-ups. Im Frühjahr dieses Jahres wurde Brandpool Gesellschafter beim Gesundheits-Start-up Kinderheldin. Auch an Keleya aus Berlin ist das Unternehmen beteiligt. Eine Kooperation zwischen Vorsorge-Welt und Familienkalender scheint nicht ausgeschlossen: Es bestehe „sehr viel Potenzial für die Verknüpfung von Looping und anderen Geschäftsmodellen im Ökosystem“, sagt W&W-Brandpool-Chef Daniel Welzer.

700.000 registrierte Nutzer in der App

Etwa 700.000 Nutzer seien bereits bei der App registriert, heißt es bei Brandpool. Für mehr Aufmerksamkeit könnte in Zukunft die Zusammenarbeit mit einem anderen Investor sorgen. Der Medienkonzern Axel Springer beteiligt sich über eine Tochterfirma und stellt Werbeplätze im Tausch gegen Anteile zur Verfügung. Vor knapp zwei Jahren waren bereits die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sowie der Risikokapitalgeber Atlantic Labs bei dem Start-up eingestiegen – damals sammelte Familynet ebenfalls einen einstelligen Millionenbetrag ein.

In Konkurrenz stehen Familynet und Gründer Maximilian von Schierstädt jedoch nicht nur mit ähnlichen spezialisierten Anwendungen, sondern auch mit großen Digitaldiensten wie den Kalendern von Google und Apple oder Abstimmungstools wie Doodle.

Eine Herausforderung wird daher die Monetarisierung. Die grundsätzliche Nutzung von Looping ist kostenlos. Ende Juni hat das Start-up jedoch nach eigenen Angaben begonnen, Werbung in dem Programm zu schalten. Gegen eine monatliche Gebühr lässt sich diese von Nutzern ausblenden. Zudem sollen sich über eine „Entdecken”-Funktion auch empfohlene Veranstaltungen buchen lassen – für diese Vermittlung erhält Familynet dann eine Provisionszahlung.