Schließlich hilft noch ein betriebswirtschaftlicher Kniff, um die Sportförderung anzukurbeln: „Viele Unternehmen haben gar kein Sponsoring-Budget“, erläutert Lorenz, „Gutscheine hingegen fallen häufig ins Marketing-Budget.“ Über diesen Umweg ließen sich Unternehmen dafür gewinnen, den Sport zumindest indirekt zu unterstützen. Unternehmen wie den Bahnkonkurrenten Flixbus, den Onlineshop Rebuy, den Basketball-Bundesligaklub Frankfurt Skyliners oder kulturelle Einrichtungen wie das Staatsballett Berlin konnte Fairplaid schon für sich gewinnen.

Um das offizielle Ziel, neben gewöhnlichem Sponsoring und staatlicher Förderung die dritte Säule der deutschen Sportunterstützung zu werden, zu erreichen, möchte Lorenz noch mehr Konzerne ins Boot holen und weitere Fördermöglichkeiten schaffen. So betreibt fairplaid für die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) die Website Bw-crowd, die wie Fairplaid funktioniert. Ausnahme: Das Unternehmen legt bei Spenden ab fünf Euro nochmals fünf Euro dazu.

Das Projekt allein reicht nicht

Fairplaid selbst finanziert sich durch eine Provision von neun Prozent an der Endsumme der erfolgreichen Projekte. Dafür werde jedes Projekt persönlich betreut, außerdem suche man unter erfolgreichen Sportlern nach öffentlichkeitswirksamer Unterstützung, wickele die Zahlungen über ein Treuhandkonto ab und spreche auch Unternehmen an, die Interesse haben könnten, das Projekt zusätzlich zum Crowdfunding direkt zu unterstützen.

Für die Vereine heißt das allerdings nicht, dass sie mal schnell ein Projekt starten und dann das Geld von alleine fließt, sagt Lorenz. Die Sportler müssten ihre Aktion gut planen. Es müsse klar sein, wer die Zielgruppe sein soll, die Summe müsse seriös kalkuliert werden, es brauche einen Verantwortlichen und schließlich müsse alles erfolgsversprechend präsentiert werden. Text, Fotos und Videos seien wichtig, eine Vision ein Muss: Etwa vom Titelgewinn, den man in den erhofften neuen Trikots anstrebt.

„Es reicht nicht, einfach zu sagen, dass man neue Klamotten braucht“, sagt die Gründerin. Sei aber erkennbar, dass die Projekte sinnvoll seien und dass das Geld tatsächlich benötigt werde, dann seien auch große Summen zu stemmen. So schaffte es der 1. Amputierten Fußball Club, innerhalb von nur zwölf Tagen mehr als 16.500 Euro einzusammeln und zur WM nach Mexiko zu fahren.