Mit Cyber-Sicherheit hat das erst 2018 gestartete Berliner Netzwerk ein weiteres Geschäftsfeld im Visier. So arbeitet das Team gerade daran, Szenarien etwa zur Abwehr von Hacker-Angriffen in den Eignungstest aufzunehmen, den die Freiberufler vor Aufnahme auf die Plattform durchlaufen müssen. IT-Experten aus dem Netzwerk helfen dabei, Aufgaben zu entwickeln, in denen die Bewerber beispielsweise Sicherheitslücken entdecken sollen.

Pro Monat bewirbt sich im Schnitt eine mittlere dreistellige Zahl an Freiberuflern, um bei Expertlead aufgenommen zu werden – fünf Prozent schaffen es nach Firmenangaben durch die Vorauswahl. Bis Ende des Jahres will das Start-up auf eine vierstellige Zahl an Freiberuflern im Netzwerk kommen. Für die IT-Fachkräfte ist das Angebot kostenlos, die Unternehmenskunden zahlen für die Vermittlung. „Uns geht es nicht darum, möglichst viele Freiberufler auf der Plattform zu haben. Uns ist wichtig, dass die Leute in der Beurteilung durch Kollegen bewiesen haben, dass sie Leidenschaft für das Thema haben und gut sind“, sagt Hosemann.

Bonus für Empfehlungen

Um die Basis an Entwicklern zu erweitern, stellen sich die Berliner bei Messen und Veranstaltungen vor und werben auf den für die Branche zentralen Online-Plattformen wie Github. Für die Empfehlung von neuen IT-Kräften erhalten die Mitglieder des Netzwerks zusätzlich einen Bonus, der nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Projektes gezahlt wird. „Den Aufwand für die Suche kann sich ein einzelnes Unternehmen nicht leisten“, sagt Hosemann. Nicht immer gelingt es Expertlead, Projekte zeitnah zu besetzen. Der Anspruch: nicht länger als zwei Tage zu brauchen. Doch die Organisation des Netzwerks ist aufwendig – es sei in wenigen Fällen bereits vorgekommen, dass Entwickler wieder ausgeschlossen werden mussten.

Neben Expertlead tummeln sich auf dem HR-Markt viele Anbieter, die Unternehmen dabei helfen wollen, ein Kernproblem zu lösen: Auf dem Wachstumskurs geeignete Mitarbeiter zu finden, gehört vor allem für Start-ups zu den größten Herausforderungen. Um gegen die Konkurrenz bestehen zu können, blickt das Berliner Netzwerk auch ins europäische Ausland und prüft derzeit die Eröffnung weiterer Standorte. Details will Gründer Hosemann noch nicht nennen. Zu den wichtigsten Herausforderern zählt etwa das Start-up Honeypot, das ebenfalls von Berlin aus IT-Fachkräfte vermittelt und im April von der Karriereplattform Xing gekauft wurde.