Das Essener Unternehmen will über seine Tochter Evonik Venture Capital weitere 150 Millionen Euro in Start-ups investieren.

Im Rennen um innovative Geschäftsideen erhöht Evonik den Einsatz deutlich: 150 Millionen Euro werde man in den kommenden Jahren in Start-ups investieren, teilte der Spezialchemiekonzern heute mit. Der erste, 2012 aufgelegte, Wagniskapitalfonds der Essener hatte ein Volumen von 100 Millionen Euro. Das frische Kapital soll wie bisher in Chemie-, Medizintechnik- und Agrar-Start-ups investiert werden.

Evonik Venture Capital hat sich bislang an 25 Start-ups und Fonds in Europa, Nordamerika, Asien und Israel beteiligt. In Deutschland ist der Konzern unter anderem bei Numaferm eingestiegen. Das Düsseldorfer Biotech-Unternehmen hat ein neues Verfahren zur Produktion von Peptiden entwickelt. Diese aus der Verknüpfung von Aminosäuren hergestellten Verbindungen kommen vor allem in der Pharma- und Kosmetikbranche zum Einsatz.

Beteiligung am HTGF

Evonik versteht sich als strategischer Investor, der Start-ups mit Querverbindungen zum eigenen Geschäft fördert. Investiert wird dabei überwiegend in der Frühphase – in Anschlussfinanzierungen kann das Gesamtengagement auf 15 Millionen Euro pro Unternehmen wachsen. Möglich sind aber auch Komplettübernahmen: So hatte Evonik im Januar das auf 3D-Druckmateralien spezialisierte US-Start-up Structured Polymers gekauft.

Ein Teil des Wagniskapitals fließt außerdem in externe Fonds. So ist Evonik am halbstaatlichen High-Tech Gründerfonds (HTGF) beteiligt. Auch beim 2017 initiierten Gründerfonds Ruhr mischt Evonik mit. Die Wagniskapital-Tochter ist außer in Deutschland mit Büros in den USA und China vertreten.