Viele Gastronomen bieten ihr Essen über beide an, darunter Karl Maria Kinsky, Inhaber des Berliner Burger-Restaurants Black Cat. „Die sollen ruhig Konkurrenz sein“, sagt er. „Wir arbeiten mit allen.“ Zwar hätten sowohl Foodora als auch Deliveroo seinen Laden lieber exklusiv in ihr Angebot aufgenommen. „Aber da wäre ich ja schön blöd als Gastronom.“ Ein Drittel seiner Umsätze erwirtschafte er bereits dank der Lieferdienste, dabei sei er erst seit etwa zwei Monaten dabei. Ständig gingen seitdem Fahrradkuriere in seinem Laden ein und aus, das sei „nicht ganz so schick“, lohne sich aber.

Sebastian Hunold, Besitzer einer Pizzeria in Kreuzberg, nutzt die Plattformen ebenfalls, ihm entstünden dadurch keinerlei Nachteile wie zusätzliche Lohnkosten. Außerdem könne er jederzeit vom Netz gehen, wenn die Online-Bestellungen überhandnähmen. Seine Stammkunden kämen trotzdem lieber ins Restaurant. „Eine Pizza, die 20 Minuten im Karton vor sich hin dampft, hat eben nicht dieselbe Qualität wie im Restaurant“, sagt Hunold. Für die Dienste sind zudem 30 Prozent Beteiligung fällig.

Derzeit verzeichnen beide große Lieferdienste nach eigenen Angaben hohe Zuwächse – Deliveroo-Geschäftsführer Chrobog nennt eine Zunahme des Bestellvolumens um 30 Prozent pro Woche. Foodora-Chef Dames spricht von einem Umsatzplus von monatlich 15 Prozent in den 14 Ländern, in denen seine Firma Essen liefert. Ständig müssten neue Fahrradkuriere eingestellt werden.

Doch ist die Zielgruppe der bequemen Gourmets auf Dauer groß genug für mehrere Anbieter? „Es ist ein sehr harter Konkurrenzkampf“, sagt Deliveroo-Chef Chrobog. Ob sich letztlich das Prinzip „The winner takes it all“ (etwa: Alles für den Sieger) durchsetze, sei schwer einzuschätzen. „Die große Challenge für die Lieferdienste ist es, ihre Adressen bekanntzumachen“, sagt Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Berliner Hotel- und Gaststättenverbands. Zwar sei der Markt beispielsweise in der Hauptstadt mit 16.000 Gaststätten riesig. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass langfristig viele Lieferdienste nebeneinander existieren werden.“

Von Violetta Kuhn, dpa