Das Rostocker Start-up hat einen Luftentfeuchter konzipiert. Der sorgte im TV und bei Awards für Aufsehen. Eine Million Euro von Investoren soll jetzt den Verkauf ankurbeln.

Keine beschlagenen Scheiben, keine Schimmelgefahr: Das soll die Erfindung des Start-ups Duschkraft ermöglichen. Der Luftentfeuchter der Rostocker wird vor den Duscharmaturen eingebaut. Über eine kalte Oberfläche zieht das Gerät dann Feuchtigkeit aus dem Wasserdampf. Die Idee kam einem der drei Gründer bei Duschen, aus einem Studentenprojekt wurde dann eine Exist-Förderung und schließlich ein verkaufsfähiges Produkt.

Das will das aktuell sechsköpfige Duschkraft-Team nun offensiver vermarkten. Dafür hat das Start-up jetzt eine Finanzierungsrunde über eine Million Euro abgeschlossen. Erneut beteiligt hat sich die regional aufgestellte Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, die bereits zum Start eine niedrige sechsstellige Summe investiert hatte.

Investoren blicken auf den europäischen Markt

Dazu kommen nun die private Beteiligungsgesellschaft Thia sowie der auf Energiethemen spezialisierte Frühphaseninvestor EIT InnoEnergy, der europaweit bereits mehr als 230 Start-ups unterstützt hat. „Bei unseren Beteiligungen achten wir darauf, dass die Technologie nicht nur umweltfreundlich ist, sondern vor allem eine echte Marktchance in Europa hat“, sagt Timo Lassak von EIT InnoEnergy.

TV-Produzenten und Jurys konnten die Rostocker schon überzeugen. Im vergangenen Jahr gewann Duschkraft den Neumacher-Award der WirtschaftsWoche. Und in diesem Frühjahr stellten sich das Start-up in der ProSieben-Gründershow „Das Ding des Jahres“ (hier im Video) vor. Für eine Auszeichnung reichte es im Fernsehen nicht, für Aufmerksamkeit schon. 13.000 Zugriffe registrierte Duschkraft nach der Ausstrahlung auf seiner Homepage, 400 Interessenten meldeten sich. Verkauft wurden durch die Show letztlich nur eine niedrige zweistellige Zahl an Luftentfeuchtern.

Aktuell sind die knapp 1250 Euro teuren Entfeuchter nur im Direktvertrieb zu kaufen. Jetzt will das Start-up verschiedene Strategien testen: Installateure könnten die Geräte in ihre Ausstellungen aufnehmen, eigene Außendienstler und Handelsvertreter sollen sie bundesweit vertreiben. Im Visier hat das Duschkraft-Team vor allem Immobilienentwickler, Hotels und Ferienwohnungsbetreiber. „Überall da, wo der Nutzer der Dusche nicht der Besitzer der Wohnung ist, sehen wir unsere Chance“, sagt Mitgründer Stefan Goletzke im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.