Damit das Video und die Befehle aus dem Krankenbett in die Klasse und wieder zurück übertragen werden können, braucht man aber eine schnelle Internetverbindung – entweder 4G (mobil), oder schnelles WLAN. Schon im kommenden Jahr will Philipp Mahler seinen Roboter auch in Deutschland an Krankenhäuser verkaufen und in Schule einsetzen lassen. Der Avatar wäre auch dort allerdings nur an modernen Schulen einsetzbar, die kabelloses Internet in Klassenräumen ermöglichen oder Smartphones im Unterricht erlauben – das ist eher selten. Das inzwischen siebenköpfige Unternehmen wird hier noch einige Überzeugungsarbeit leisten müssen. Auch in den Schweizer Krankenhäusern, in denen der Roboter getestet wird, stieß Mahler einige Male auf Abneigung gegen seine Innovation. „Vor allem älteren Chefärzten mussten wir erstmal erklären, warum es sinnvoll sein kann, einen Roboter zum Wohl des kleinen Patienten einzusetzen.“

Mittlerweile hat Avatarion sieben Mitarbeiter. Künftig will das Start-up den Roboter auch direkt an Schulen vermieten und in Krankenhäusern nicht nur als Lernhelfer, sondern auch als „Clown“ zur Belustigung der Kinder einsetzen. Denn die kleine Maschine hat durchaus menschliche Züge in ihrer DNA, pardon: ihrem Code. Sie kann auf Knopfdruck lachen und sich dabei biegen, tanzen und singen. Einige Bewegungen erinnern an die Siegerposen des jamaikanischen Sprinters Usain Bolt.

Nach der „Medica“ in Düsseldorf dürfte die Aufmerksamkeit für den kleinen „Bert“, wie ihn Mahler liebevoll nennt, sicherlich gestiegen sein. Immerhin kamen rund 130.000 Besucher in dieser Woche in die Düsseldorfer Messehallen, um sich die neuesten Produkte von etwa 5.000 Aussteller aus 70 Ländern anzuschauen. Am Mittwoch, als Mahler seinen Roboter tanzen lässt, ist unter den Besuchern am Messestand von „Avatarion“ auch ein Geschäftsmann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Er will unbedingt mit Mahler essen gehen und fragt, ob es denn schon Expansionspläne nach Dubai gebe? Schließlich habe dort jedes Kind ein Smartphone und ein Tablet. Philipp Mahler schüttelt ihm lächelnd die Hand. Vermutlich wäre bei solchen Bedingungen die Akzeptanz größer als in Deutschland.