Xing

Eines der bekanntesten und erfolgreichsten Internetunternehmen ist das beste Beispiel dafür, dass Start-ups ihren Namen nochmal wechseln können. Als openBC hatte Lars Hinrichs das Business-Netzwerk 2003 gestartet. Doch statt mit „business club“ assoziierten viele gerade im englischsprachigen Raum BC mit „before christ“, räumte Hinrichs bei der Umbenennung ein.

Xing sollte als Name international funktionieren. Dass die Aussprache dabei nicht eindeutig ist, war Hinrichs bewusst und egal. „Wir wollen die Aussprache nicht vorgeben“, sagte der Unternehmensgründer. So sagen Deutsche „Ksing“, Chinesen „Sching“ und Amerikaner wiederum „Crossing“, da Xing auf Straßenschildern auf eine Kreuzung hinweist.

Auch international sind Umbenennungen nicht ungewöhnlich, so hieß Ebay anfangs AuctionWeb und statt Amazon nannte Jeff Bezos sein Unternehmen ursprünglich Cadabra. Doch als sein Anwalt „Cadaver“ verstand, entschied er sich für den Wechsel.

Klara

Mit einer App zur Selfie-Diagnose von Hautkrankheiten sind Simon Lorenz und Simon Bolz gestartet. Goderma hieß ihr Start-up: Nutzer können Fotos von Rötungen oder verdächtigen Leberflecken machen und bekommen eine Ersteinschätzung. Was hierzulande bei vielen Ärzten auf Ablehnung stößt, ist in den USA schon weit verbreitet. Bei der Expansion in die USA änderte das Start-up den Namen. Klara soll „emotionaler und menschlicher“ klingen. Zudem halte der Name auch die Vision offen, „die Zukunft der medizinischen Kommunikation im Allgemeinen mitzugestalten.“

Koawach

Koawach: Heiko Butz (28, l.) und Daniel Duarte (26).

Koawach: Heiko Butz (28, l.) und Daniel Duarte (26).

Wer nach dem Auftritt in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ den mit Koffein angereicherten Kakao kaufen wollte, musste sich gedulden. Das Start-up kam mit der Lieferung nicht nach. Der Auftritt brachte den Berlinern zudem ein Investment von Jochen Schweizer. Ob sie auch mit ihrem ursprünglichen Namen Erfolg gehabt hätten? Da das Koffein aus Guarana stammt und die Rohstoffe fair gehandelt werden, hieß das Start-up erst GUAfair.

Gini

Auch das gerade zum FinTech des Jahres gewählte Gini hieß einmal anders: Unter dem Namen Smarchive war das Start-up von Steffen Reitz 2012 im Finale des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs. Doch im Frühjahr 2013, zwei Jahre nach der Gründung, erfolgte die Umbenennung in Gini. „Der Aufwand war größer als gedacht und die Umstellung dauerte länger als erwartet“, sagt Reitz. Trotzdem würde er den Schritt wieder tun und das obwohl das Start-up auf eine zuvor vorhandene Adresse mit der Endung .de verzichten muss. Da diese von einer Tai-Chi-Lehrerin belegt ist, firmieren die Münchner unter Gini.net.