Das junge Start-up hilft mit einer Software bei der täglichen Arbeit von Vertrieblern und Kundenbetreuern. Mit einem frühen Sprung in die USA gelang der Kontakt zu renommierten Investoren.

Andere Produkte, neue Funktionen: Kundenserviceteams müssen genau wissen und vermitteln können, wie sie weiterhelfen können. Vertriebsmitarbeiter wollen Software verkaufen – müssen die Oberfläche aber in ihren Worten beschreiben. Demodesk will eine technische Lösung für solche Problemfälle liefern: Das Start-up hat ein Programm entwickelt, mit der der Bildschirm der Mitarbeiter komplett gespiegelt werden kann. So lassen sich im Browser gemeinsam Klicks nachvollziehen.

An dem „Online Meeting Tool“ baut Demodesk seit knapp zwei Jahren. Kurz nach dem Start gab es für den Ansatz bereits einen Hauptpreis im Gründerwettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums. Entscheidender für die Entwicklung war jedoch eine andere Auszeichnung: Ende 2018 wurde das in München gegründete Start-up- in den renommierten Accelerator Y-Combinator aufgenommen. Das US-Förderprogramm hat bereits Digitalfirmen wie Stripe, Airbnb oder Dropbox in frühen Phasen unterstützt.

Kleiner Perkins investiert

Jetzt hat Demodesk eine Anschubfinanzierung abgeschlossen. Zusammengekommen sind gut zwei Millionen Euro. Die Liste der Investoren ist eindrucksvoll: Neben dem Accelerator-Programm selbst investieren unter anderem der etablierte Risikokapitalgeber Kleiner Perkins, die amerikanische Business-Angels-Gruppe Funders Club und der Samwer-Fonds Global Founders Capital. Auch Privatinvestoren beteiligen sich – darunter die Gründer der deutschen Start-ups Personio und eGym, Hanno Renner und Philipp Rösch-Schlanderer.

Der Kontakt zu den US-Investoren sei in erster Linie durch den Y-Combinator entstanden, berichtet Mitgründerin Veronika Riederle gegenüber WirtschaftsWoche Gründer: „Dadurch hatten wir sofort Sichtbarkeit bei den renommiertesten Investoren weltweit“. Die Finanzierung mit einem großen Anteil an amerikanischen Geldern sei „einfacher und schneller möglich, da im Silicon Valley wesentlich mehr Risikokapital und erfahrene Business-Angels ansässig sind als in Deutschland“, so die Unternehmerin.

Vertrieb auch auf dem US-Markt

Nach Abschluss des Accelerator-Programms arbeitet das aktuell zwölfköpfige Team hauptsächlich von München aus. Doch parallel zum deutschen Geschäft sollen auch in den USA die Umsätze wachsen. 100 internationale Kunden habe man bereits, heißt es von Demodesk. Zu den Referenzkunden zählen unter anderem BMW und Freighthub.

Auf einen Sprung in die USA hoffen zahlreiche deutsche Start-ups. Der Markt, insbesondere für Software-Lösungen, ist deutlich größer und einheitlicher als die verschiedenen europäischen Länder. Doch die Konkurrenz ist in vielen Bereichen groß, der Vertriebsaufwand daher gewaltig. Das staatlich geförderte German-Accelerator-Programm versucht deutschen Digitalfirmen mit Kontakten beim Start zu helfen.

Demodesk baut auf die Kontakte, die im Laufe der vergangenen Monate entstanden sind: „Lokale Präsenz und ein lokales Netzwerk ist extrem wichtig für den Vertrieb“, sagt Riederle. Alle vier bis sechs Wochen sei man im Moment in den USA, so die Gründerin. „In Zukunft wird das sicherlich mehr werden“.