Eine Familie, die sich hilft. Denn die Idee hinter dem Projekt, dass sich Kreative hier finden, ihre Arbeit sich ergänzt und gemeinsam neue Ideen entwickelt werden, klappt, sagt Altschul, der als Community Manager arbeitet: «Da hilft beispielsweise der Programmierer dem Künstler mit seiner Homepage.»

Im besten Fall profitiert auch das gesamte Kollektiv von der Zusammenarbeit. Denn ob Möbel oder das Mittagessen: Auch Selbstversorgung ist ein Ziel. Erste Ideen dafür setzen die Kollegen bereits um. So pflanzen Workshopteilnehmer im hauseigenen Garten Gemüse an, das im Kochtopf des Cafés landet. Andere bauen aus alten Möbeln neue Schreibtische oder Regale.

Stadt- und Wirtschaftsgeograf Bastian Lange glaubt, dass die Nachfrage für solche Projekte bestehen bleibt: «Gerade junge, gut ausgebildete und ideengetriebene Menschen wollen abseits der Routine des gewohnten Arbeitsmarktes neue Arbeitsformen ausprobieren.» Das zeige auch das Betahaus, ebenfalls in Berlin, ebenfalls gut ausgelastet.

Er ist sich sicher, dass es künftig noch mehr solcher Orte in Deutschland geben werde. «Vielleicht in abgewandelter Form, undspezialisiert in einem bestimmten Arbeitsfeld», sagt Lange. Und er ist sich sicher, dass es gut wäre: «Was wollen wir mehr, als dass sich junge Leute konstruktiv den großen Fragen der Zukunft stellen? Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren.»