Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer der Cosi Group, Gerhard Maringe, Dimitri Chandogin, Inga Laudiero und Christian Gaiser, an. Ihr Start-up will viel personalintensive Arbeit in Hotels durch Apps ablösen. Wie urteilt Investor Frank Thelen?

Christian, Inga, Dimitri, Gerhard, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bauen eine neuartige Hotelkette auf, die komplett digitalisiert ist. Die Software dafür entwickeln wir selbst – von der virtuellen Rezeption bis zur Housekeeping-App.  Der Gast bekommt einen PIN-Code, mit dem er in sein Zimmer oder Apartment kommt. Einen Concierge erreicht er via Telefon oder WhatsApp. Wir haben dadurch 60 Prozent weniger Personalkosten und können auch kleine Standorte gewinnbringend betreiben, die für andere Ketten nicht lukrativ wären.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Christian, der bereits ein Technologie-Start-up gegründet und verkauft hatte, ist im Schwarzwald in einer Hotelierfamilie aufgewachsen. Er hat das also im Blut. Zudem haben wir auf Reisen immer wieder negative Erfahrungen gemacht, beispielsweise 20 Minuten an der Rezeption gewartet.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Das Geschäftsmodell ist ganz simpel: Der Gast zahlt für die Übernachtung. Wir haben Vier-Sterne-Niveau, sind aber etwas günstiger. Momentan vertreiben wir die Übernachtungen über Plattformen wie Booking und Airbnb, arbeiten aber auch an einem Direktbuchungssystem.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Wir sind eher nerdig, zugleich fokusiert und mit Leidenschaft dabei.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Allein wir Gründer sind sehr international, mit schwedischer, österreichischer, deutscher, italienischer und russischer Herkunft. Insgesamt haben wir mehr als ein Dutzend Nationalitäten im Team.

Was war euer größter Rückschlag?
Eine Krise hatten wir tatsächlich in der kurzen Zeit seit Gründung noch nicht.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann haben wir 10 000 Zimmer, sind international aktiv und besitzen jede Menge Stammgäste.

Fakten zum Start-up

Kunden: In vier Hotels im ersten Monat nach Eröffnung bis zu 80 Prozent Auslastung
Finanzierung: Wagniskapital und Privatinvestoren
Gründung: 2019 in Berlin
Mitarbeiter: 40

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Die Technologie klingt sehr sinnvoll. Gegebenenfalls wäre es aber besser, die Software an bestehende Hotels zu vertreiben, statt Hotels noch selbst zu betreiben.“
Frank Thelen, Gründer der Wagniskapitalfirma Freigeist, einstiger Investor bei MyTaxi und Wunderlist

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