Das Analytics-Start-up will Unterbrechungen auf Baustellen verkürzen. Dieses Unterfangen stützen Investoren jetzt mit etwa 2,7 Millionen Euro.

Ein defektes Teil in der Baumaschine, eine Wartungspause beim Kran: Schnell geraten Bauarbeiten ins Stocken, wenn es im Maschinenpark hakt. Das Münchner Start-up Corrux will durch eine Analyse der Betriebsdaten diese Unterbrechungen deutlich verkürzen und so die Auslastung der Anlagen verbessern. Eine Reihen von Geldgebern stellt jetzt umgerechnet mehr als 2,7 Millionen Euro zur Verfügung, um den Vertrieb der Softwarelösung voranzutreiben.

In verschiedenen Bereichen der Industrie testen Anlagenhersteller und Softwarefirmen bereits die sogenannte vorausschauende Wartung. Durch das Auslesen und Analysieren von Maschinendaten soll erkannt werden, wann Bauteile ausgewechselt werden müssen oder eine Reduzierung der Leistung nötig ist.

Ausbaggern der Datensilos geplant

Für die Baubranche will das Corrux-Team um die Gründer Ryan Henderson und Laura Tönnies jetzt ein solches Programm liefern, mit dem Bauleiter oder Gerätehersteller den gesamten Maschinenpark überblicken können sollen: „Wir streben eine ganzheitliche Lösung für ein Marktsegment an, in dem bestenfalls isolierte Einzellösungen zum Einsatz kommen“, sagt Tönnies.

Die Anschubfinanzierung, mit der das Start-up jetzt in Europa und vom Büro in Boston aus in den USA expandieren will, stammt zum einen Teil vom Risikokapitalgeber Target Partners. Daneben investieren auch der US-Investor Sean Dalton sowie Josef Brunner, Gründer des Industrie-4.0-Start-ups Relayr, welches im vergangenen Jahr für 300 Millionen Euro von der Munich Re übernommen wurde. Diese Vernetzung sorgt auch für einen weiteren wichtigen Kontakt: Über die Munich Re könnten die Prognosen in Zukunft abgesichert werden, berichtete Unternehmerin Tönnies bei Gründerszene.

An der häufig noch nicht sehr stark digitalisierten Baubranche arbeiten sich auch einige andere Start-ups ab. Eine Aufbereitung von Baudokumenten und möglichen Mängeln verspricht etwa das Wiener Start-up Planradar. Capmo aus München setzt ebenfalls auf eine Projektmanagement-Lösung für die Baubranche. Die Batteriebauer von Instagrid arbeiten dagegen daran, die Verbrennermotoren von Baumaschinen in Zukunft durch Elektroantriebe ersetzen zu können.