Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Coolar, Christoph Göller, Roland Kühn, Kilian Mähne und Julia Römer, an. Sie entwickeln einen solarbetriebenen Kühlschrank. Wie urteilt Investorin Anja Rath?

Eine halbe Minute mit Investorin Anja Rath im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bauen einen Kühlschrank, der ohne Strom kühlt, sondern mit Wärme. Wie das funktioniert? Ein äußerer Wasserkreislauf wird über Solarwärme erhitzt und gibt diese Energie an Kieselgel ab. Durch ein Unterdrucksystem entsteht Verdunstungskälte, die einen zweiten Wasserkreislauf kühlt. So bleibt das Innere des Kühlschranks kalt. Ähnlich wie auch Schweiß auf der Haut von Menschen dafür sorgt, dass der Körper abkühlt. Wir wollen das Gerät vor allem in Entwicklungsländer bringen, um dort Impfstoffe und andere Medikamente zu lagern. Und zwar ohne Gefahr für Umwelt oder Gesundheit, weil unser Kühlschrank weder schädliche Kälte- und Schmiermittel noch Batterien enthält.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Julia ist Wirtschaftsingenieurin und hat im Studium Wasser als umweltschonendes Kältemittel kennengelernt. In ihrer Masterarbeit hat sie sich damit beschäftigt, ob ein stromloser Kühlschrank machbar ist – und so beide Themen miteinander verknüpft.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir sind noch in der Startphase, aber Entwicklungs- und Gesundheitsorganisationen sind mögliche Kunden.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)...familiär und freundschaftlich. Sowohl untereinander als auch im Kontakt mit unseren Partnern.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Noch arbeiten viele männliche Ingenieure bei uns. Aber bei Frauen stößt unsere Idee immer öfter auf Interesse.

Was war euer größter Rückschlag?
Als wir noch keinen Prototyp hatten, konnten sich viele nicht vorstellen, dass man mit Wärme kühlen kann – und haben an unserer Idee gezweifelt.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Unser Kühlschrank wird in Serie produziert und ist Standard in der Medizintechnik. Und wir entwickeln Varianten für die Transportkühlung.

Fakten zum Start-up

Finanzierung: Eigenes Geld, Förderprogramme, Start-up-Wettbewerbe
Gründung: Mai 2016 in Berlin
Mitarbeiter: 7

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Die Anwendungsgebiete sind vielfältig. Wichtig für Investoren ist die Frage: Taugt das Gerät als Massen- oder als Nischenprodukt? Das Team wird sich für eine klare Vertriebsstrategie entscheiden
müssen.“
Anja Rath, Managing Partner bei Cooperativa Venture und ehemalige Geschäftsführerin von Brandenburg Ventures, Investmentvehikel des MP3-Erfinders Karlheinz Brandenburg

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