Das Start-up ermöglicht es Entwicklern, schneller Fehler in ihrem Code zu finden. Einige Dax-Konzerne arbeiten mit den Bonnern bereits zusammen. Ein Investment soll dem kleinen Team nun beim Wachstum helfen.

Hier eine App, dort eine neue Anwendung: Unternehmen – ob groß oder klein – entwickeln stetig an neuer Software. Selten geht es dabei so schnell voran wie gewünscht oder erhofft. Eine Engstelle: Die regelmäßige Qualitätskontrolle. Ob die vielen Zeilen Code tatsächlich zum gewünschten Ergebnis führen, ist nicht sofort klar. Code Intelligence hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Programmpakete automatisiert auf Fehler und Sicherheitslücken zu testen. So wollen die Bonner anderen Unternehmen helfen, ihre Software schneller zum Einsatz bringen zu können. „Wenn externe Experten diese Aufgabe übernehmen, brauche sie extrem viel Zeit für ihre Tests“, sagt Sergej Dechand, Mitgründer von Code Intelligence. „Und wenn die Entwickler selbst ihren Code überprüfen, haben sie vielleicht weniger Ahnung von Sicherheitslücken“.

Milliarden-Markt für Software-Kontrolle

Für Außenstehende mag diese Anwendung nach einer Nische klingen. Doch weil im Alltag immer mehr Prozesse von Software gesteuert und begleitet werden, steigt auch der Bedarf nach effizienten Testverfahren. US-Marktforscher gehen davon aus, dass der weltweite Umsatz mit automatisierten Coding-Tests heute schon auf etwa zwölf Milliarden Dollar pro Jahr beläuft. Bis 2024 könnte sich dieser Wert mehr als verdoppeln. „Es gab schon einige Unternehmen, die für Milliarden verkauft wurden“, sagt Dechand. „Und wir wollen einer der nächsten großen Spieler in diesem Markt werden.“

Ein paar Schritte hat Start-up bereits auf diesem Weg geschafft. Los ging es 2018 als Ausgründung der Universität Bonn – der Informatikprofessor Matthew Smith gehört zum Gründungsteam. Heute arbeiten bereits die Entwicklungsabteilungen von großen Konzernen wie der Deutschen Telekom, Bosch oder auch der Deutschen Börse mit der Kontrollsoftware von Code Intelligence. Parallel können auch kleinere Unternehmen das Programm einsetzen. Über große Entwicklerdatenbanken wie Github oder Gitlab versucht sich das Start-up zu positionieren. Im Fokus der 16 Mitarbeiter steht aktuell der deutschsprachige Raum, im nächsten Jahr soll der Vertrieb in den USA angegangen werden.

Zwei Millionen Euro von Investoren

Dabei helfen wird eine frisch abgeschlossene Finanzierungsrunde. Zwei Millionen Euro fließen an Code Intelligence. Angeführt wird die Runde von LBBW Venture Capital, einer Tochter der baden-württembergischen Landesbank. Danben beteiligen sich die Schweizer Investmentgesellschaft Occident sowie das Finanzierungsnetwerk Investiere, die ebenfalls aus der Schweiz stammt. Das Bonner Start-up habe das Potential, „zu einem Standard-Werkzeug für Entwickler“ zu werden, sagt LBBW-Venture-Capital-Chef Andreas von Richter.

Code Intelligence gehört damit zu einer Reihe von deutschen Start-ups, die sich rund um die Entwicklung und den Einsatz von Software in Unternehmen positionieren. Ebenfalls aus Bonn stammt beispielsweise LeanIX. Deren Software hilft dabei, die Vielzahl von Programmen innerhalb einer Firma zu verwalten und zu organisieren. Instana aus Solingen optimiert die Software, die etwa für den reibungslosen Betrieb von Online-Shops wichtig ist.