Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute Yannis und Matti Niebelschütz mit CoachHub an. Das Start-up der Brüder will das individuelle Training in die Breite der Belegschaft tragen. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Yannis und Matti, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben eine digitale Plattform geschaffen, auf der Top-Führungskräftetrainer ihre Dienste via Videotelefonie anbieten. Zu unserer Zielgruppe zählen nicht – wie sonst üblich – die Vorstände, die ja meist ohnehin Coachings bekommen, sondern all die, die es normalerweise nicht erhalten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Als Yannis für LinkedIn in Dublin gearbeitet hat, bekam er ein persönliches Coaching. Seine Trainerin, die aus Südirland anreisen musste, kam entweder zu spät oder bei schlechtem Wetter auch mal gar nicht. Außerdem war es immer schwierig, einen Besprechungsraum für das Coaching zu bekommen. Da sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass das einfach nicht ins 21. Jahrhundert passt.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Firmen zahlen eine Abogebühr für eine gewisse Anzahl von Nutzern. Einzelmaßnahmen bieten wir nicht an. Da verpufft die Wirkung zu schnell.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Die ist respektvoll und zielorientiert. Uns ist aber auch der Humor im Alltag wichtig. Wir müssen keine Firma gründen, wenn das keinen Spaß macht.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser Team besteht aus rund 20 Nationalitäten, Frauen und Männer jedweder Orientierung. Hinzu kommt unser weltweites Netz an freiberuflichen Coaches.

Was war euer größter Rückschlag?
Es ist so anstrengend, talentierte Mitarbeiter zu finden. Wir müssen teilweise ein halbes Jahr suchen, um einen geeigneten Manager einzustellen. Obwohl wir viele Bewerbungen bekommen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir coachen schon jetzt in aller Welt, meist Mitarbeiter europäischer Konzerne. In Zukunft haben wir auch lokale Büros auf allen internationalen Märkten.

Fakten zum Start-up

Kunden: Zahlreiche Start-ups wie Soundcloud, Konzerne wie Bosch und Generali sowie Organisationen wie die Sparkasse
Finanzierung: Wagniskapital und Privatinvestoren
Gründung: 2018 in Berlin
Mitarbeiter: Rund 120

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 5/5
Timing: 5/5

Urteil: „CoachHub passt perfekt in die Zeit: digitale Angebote zur Weiterentwicklung. Das ist nicht nur effizient, sondern hilft Unternehmen und Managern. Abomodelle sind zudem stark und verlässlich.“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Pretzels

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