Das Start-up lässt Nutzer regelmäßig zwischen verschiedenen Fahrzeugen wählen. Dank 25 Millionen Euro Risikokapital sollen Flotte und Angebot jetzt wachsen.

Vom Opel Corsa über den Audi A4-Kombi zum Volkswagen Caddy: Die Kunden des Münchener Start-ups Cluno können aus einer Fahrzeugpalette von 50 Modellen wählen – und das auf Wunsch alle paar Monate neu. Mit diesem Nutzungsmodell zum monatlichen Festpreis und mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist will Cluno eine neue Generation von Autonutzern erreichen.

Investoren steigen da gerne zu: Der von Paypal-Mitgründer Peter Thiel gegründete Risikokapitalfonds Valar Ventures führt eine Finanzierungsrunde über umgerechnet knapp 25 Millionen Euro an. Daneben ziehen auch die bisherigen Gesellschafter Capital Partners und Atlantic Labs mit, die vor einem knappen Jahr bereits sieben Millionen Euro in das Start-up steckten. Über die aktuelle Finanzierungsrunde hatte zuerst das Handelsblatt berichtet.

Unterwegs als getarntes Fintech

Die Gründer, das Ehepaar Christina und Nico Polleti sowie Andreas Schuierer, hatten zuvor bereits ein Start-up im Automobilbereich gegründet und 2015 an Autoscout24 verkauft. Mit dem zusätzlichen Kapital wollen sie nun die Expansion von Cluno vorantreiben. Der Aufbau der Fahrzeugflotte ist kapitalintensiv. Parallel arbeitet das Start-up daran, die Abwicklung von Vertragsabschluss und Fahrzeugwechsel möglichst komplett digital abzubilden.

Andrew McCormack, General Partner von Neu-Investor Valar sieht in Cluno auch in erster Linie ein Fintech-Unternehmen mit angeschlossener Mobilitätslösung: „Bemerkenswert ist, dass Cluno die komplexen Prozesse im Bereich Autofinanzierung oder Leasing radikal vereinfacht und komplett in einer App abgebildet hat“, so der Investor. „Nutzer bekommen im Rahmen der automatisierten Bonitätsprüfung in Echtzeit eine Antwort.“

Mehr Modelle für die Mobilität

An neuen Modellen, ein Auto zu nutzen, arbeiten zahlreiche Start-ups und traditionelle Autohersteller. Etabliert sind Carsharing-Dienste wie Drivenow oder Car2go. Dazu gibt es Plattformen wie Turo oder Snapcar, über die der Austausch privater Autos erleichtert werden soll. Ein tatsächliches Abomodell bieten Hersteller wie Volvo und Mercedes oder Vermieter wie Sixt, aber auch Start-ups wie Like2drive oder Faaren.

Auf der anderen Seite gibt es Bewegung auf dem Leasingmarkt. Hier werden Autos bislang für längere Zeiträume angeschafft. Start-ups wie Vehiculum, die in dieser Woche mit einer Kooperation mit Lidl in den Verbrauchermarkt eingestiegen sind, wollen sich jedoch in Zukunft für andere Nutzungsmodelle öffnen. „In Zukunft kaufen wir keine Autos mehr, sondern zahlen monatlich für ihre Nutzung“, sagte Vehiculum-Gründer Lukas Steinhilber vor wenigen Wochen. „Ob wir das dann Leasing, Miete, Flatrate oder Abo nennen – wir bauen die Plattform dafür.“