Geht es um Recycling oder erneuerbare Energien, brauchen Start-ups einen langen Atem. Eine Studie aus den USA zeigt: Kooperationen mit staatlichen Forschern erhöhen die Erfolgschancen.

Schlaue Stromzähler, kompakte Speicher für Solarenergie, neue Wiederverwertungsverfahren für Abfall: Unter dem Schlagwort Cleantech sammeln sich auch zahlreiche Start-ups, die mit ihren Technologien und ihrem Geschäftsmodell die Welt ein Stück sauberer machen wollen. Eine gemeinsame Studie von Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität (TU) München, der Universität von Maryland und der Universität Camebridge kommt jetzt zu dem Ergebnis: Gerade für diese Start-ups lohnt sich eine enge Kooperation mit öffentlichen Forschungseinrichtungen besonders.

Für ihre Untersuchung (die hier im Volltext zu finden ist) haben sich die Forscherinnen die Entwicklungen von über 650 Start-ups in den USA angeschaut, die insgesamt mehr als 2000 Kooperationen mit der Regierung, staatlichen Forschungseinrichtungen oder Umweltorganisationen eingegangen sind. Ihre Erkenntnisse: Arbeiteten Cleantechs mit einer Regierungsorganisation zusammen, meldeten sie 73 mehr Patente an. Und konnten sie grundlegende Technologien aus einer Forschungseinrichtung lizensieren, waren sie bei ihrer nächsten Finanzierungsrunde doppelt so erfolgreich wie andere Start-ups.

Staatliche Starthilfe für die Cleanteachs

So kann die direkte oder indirekte Anschubhilfe aus der staatlichen Forschung die Entwicklungsphase für Start-ups deutlich vereinfachen: „Start-ups haben nicht Jahrzehnte Zeit für die Entwicklungsarbeit. Ihre Kompetenz ist, neue Technologien auf die Chancen am Markt auszurichten”, sagt Claudia Doblinger, Professorin für Innovation and Technology Management an der TU München. „Wenn die Stärken aus beiden Welten zusammenkommen, können sie sich ideal ergänzen.“

Daher werben die Studienautorinnen dafür, diese Erkenntnisse auch in anderen Ländern zu berücksichtigen. Eine aktuelle Studie aus dieser Woche belegte, dass Cleantechs in Deutschland häufig größere Probleme bei der Kapitalbeschaffung melden. „Eine Innovationspolitik, die sich nicht ausschließlich auf private Kräfte verlässt, kann Klimaschutz und Start-up-Förderung verbinden“, sagt Doblinger.

In Deutschland sind insbesondere die Universitäten treibende Kräfte, wenn es um Ausgründungen geht – staatliche Förderprogramme wie Exist helfen beim Start, stellen aber keine umfangreichen Summen parat. Die forschungsstarken Institute der Fraunhofer-Gesellschaft haben sich gerade neu aufgestellt, um Gründungen – auch aus dem Cleantech-Bereich – besser mit Know-how und Kapital zu stützen.