Christoph Metzelder hält in seiner Funktion als Vizepräsident der Spielergewerkschaft dagegen: „Klar legen die Vereine auch Wert darauf, dass es in der Schule vernünftig läuft. Ehrlicherweise haben die Schulabschlüsse aufgrund von Fehlstunden und dem Fokus auf Fußball aber wenig Substanz.“

Eine Tendenzstudie seiner Vereinigung kommt zu dem Ergebnis, dass „nicht einmal zwei von zehn Profis über eine abrufbare berufliche Qualifikationen für die Karriere nach der Karriere verfügen“. Diese Entwicklung besorgt ihn. „Topspieler der Bundesliga verspüren in der Regel keinen Druck neben dem Fußball sich über Fernunis weiterzubilden. Ohne Ausbildung und ohne Studium muss man sich von ganz unten wieder hocharbeiten. Wer in der Fußballbranche bleiben will und nicht gerade Trainer wird, verdient später nicht annähernd so viel Geld wie vorher“, so der ehemalige Nationalspieler.

Zwar gibt es heute die Möglichkeit, in der spielfreien Zeit an Fernunis zu studieren, doch dies macht nur eine Minderheit. Denn in beiden Disziplinen vollen Einsatz zu geben, gelingt sicher nur den Wenigsten. Dafür sind die Durchschnittsgehälter in den oberen Ligen im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich gestiegen, sodass man sich um die Spitzenverdiener keine Sorgen machen muss. Für alle anderen bleibt es aber schwierig. „Gut ist, wenn man sich ein eigenes Netzwerk in Vereinen, Medien und Unternehmen aufbaut.“, empfiehlt Christoph Metzelder. Nur eines ist sicher keine gute Idee: Den Weg in die Selbstständigkeit mangels Alternativen zu wählen.