Auch Maximilian Beister, aktuell Mittelfeldspieler vom 1. FSV Mainz, begeistert sich für Start-ups. Er vertreibt mit Freunden den sogenannten Snaxcup. Das ist eine Kombination aus Trinkbecher und darauf befestigter Plastikschale. Stadion- und Kinobesucher können so Essen und Trinken unfallfrei mit nur einer Hand transportieren. Heute existiert der Lottoladen nicht mehr. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Engagement von Jürgen Klopp und Maximilian Beister auszahlen wird.

Fußballikonen wie Philipp Lahm oder Holger Stanislawski hingegen investieren lieber in traditionelle Branchen. Lahm beteiligte sich an einem bayrischen Familienunternehmen, das Kosmetikprodukte herstellt. Manche Medien sehen in Lahm – der stets eifrig an seiner Vita bastelt – inzwischen gar den Nachfolger von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Holger Stanislawski eröffnete zusammen mit dem ehemaligen HSV-Profi Alexander Lass in Hamburg einen eigenen Supermarkt. Das Fußballer mit Lebensmitteln Geld verdienen können, zeigte Uli Hoeneß schon vor Jahren als Nürnberger Bratwurstfabrikant.

Doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Die weltweit tätige Spielervereinigung FIFPro hat diesen Monat eine Studie über psychologische Erkrankungen von aktiven und ehemaligen Fußballern veröffentlicht. Ergebnis: 38 Prozent der aktiven und 35 Prozent der ehemaligen Profis leiden unter Depressionen oder Angstzuständen. Die Studie empfiehlt daher, Fußballer beim Planen des Karriereausstiegs zu unterstützen. Auch Uwe Leifeld – der Ex-Stürmer und Ex-Lottobudenbesitzer- traf die Krankheit. Er ließ sich in eine Klinik einweisen. Heute ist er Scout beim VfL Bochum.

Wäre es nicht noch wichtiger, das junge Spieler neben dem Fußball noch etwas anderes lernen? Hansi Flick, Sportdirektor des DFB spricht auf der Verbandshomepage davon, dass in den Nachwuchsleistungszentren die schulische und berufliche Ausbildung sogar Vorrang habe. „Es schafft nur ein kleiner Teil den Sprung in den Profibereich und nur ein winziger den Sprung ganz nach oben. Wir wirken immer wieder darauf hin, dass das Bewusstsein dafür nicht verloren geht. Zur Verantwortung gegenüber den Spielern gehört, dass wir ihnen den Raum und die Zeit geben, eine Ausbildung absolvieren zu können“, so Flick weiter.