So kommen Gründer nah an die Quelle – bestimmt gibt es viele, die gerne Zugang zum Netzwerk erhalten würden. Welche Start-ups dürfen mitmachen?
Jährlich bekommen wir rund 700 Anfragen von Gründern. Alle Start-ups, die über uns eine Finanzierung suchen, erhalten im ersten Schritt einen Fragebogen, der ein paar Grundsatzfragen klären soll: Hat die Firma überhaupt hohe Wachstumsziele? Das ist für uns wichtig, da wir natürlich Start-ups fördern wollen, die auch wirklich Kapitalbedarf haben. Außerdem fragen wir zum Beispiel, wie das Geschäftsmodell aussieht und wie die Teamarbeit läuft. In dieser Runde fallen schon einige Firmen raus, weil sie uns keine Antwort schicken. Was die Branche oder die Geschäftsidee angeht, machen wir grundsätzlich keine Vorgaben. Aber es geht uns vorrangig um Gründer, die ein Jahr vor bis drei Jahre nach der Gründung stehen – da sehen wir den höchsten Bedarf an inhaltlicher Unterstützung bei der Finanzierung.

Wer schafft es am Ende in die engere Auswahl – nur Firmen aus Bayern?
Wir treffen uns pro Jahr mit rund 550 Start-ups zu einer ersten Vorstellungsrunde – dabei wollen wir immer das ganze Team kennenlernen, bevor wir Investoren auf die Firma aufmerksam machen. Daran scheitert es oft bei Teams, die nicht aus Bayern kommen. Grundsätzlich können sich auch Start-ups aus anderen Bundesländern bewerben, aber oft zeigt sich, dass die Wege zu weit sind für einen intensiveren Kontakt zu uns im ersten und zum Investor im zweiten Schritt. Diese kommen bei uns zu 80 Prozent aus Bayern und wollen ihr Start-up auch meistens in zwei bis drei Stunden Fahrt besuchen können – anstatt extra eine Geschäftsreise zu planen. Bis zu den intensiveren Gesprächen, also mit mindestens zwei Terminen, kommen im Schnitt 400 Start-ups pro Jahr.

Gehen Kontakte für besonders interessante Deals auch mal unter der Hand weg?
Nein, nicht im engeren Sinne. Wir treffen schon ab und zu eine Vorauswahl – wenn sich ein Start-up mit sehr speziellen Themen beschäftigt, die nur zu einem kleinen Kreis der Business Angels passen. Dann sprechen wir im ersten Schritt zum Beispiel nur um die 30 Investoren an. Wer in den Verteiler kommt, darüber berät und entscheidet ein Teil unseres Teams bei BayStartUP.

Und dabei gibt es keine Beschwerden von Investoren, die sich benachteiligt fühlen?
Nein, das hatten wir noch nie. Das liegt auch daran, dass wir regelmäßig Mails an alle Business Angels schreiben, in denen auch wirklich alle finanzierungsreifen Start-ups mit ein paar Infos aufgelistet sind.

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