Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Cabin Spacey, Simon Becker, Philipp von Lamezan und Andreas Rauch, an. Sie bauen und vertreiben Mini-Häuser. Wie urteilt Investor Frank Thelen?

Eine halbe Minute mit Investor Frank Thelen im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben ein Minimalhaus entwickelt fürs Wohnen auf kleinem Raum. Auf 28 Quadratmetern  bekommen unsere Kunden Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer. Wir können die Häuser schnell aufstellen, selbst auf Flachdächern von Gewerbegebäuden. Und wir kümmern uns um Strom- und  Wasseranschlüsse sowie die Baugenehmigung. Das acht bis zehn Tonnen leichte Haus wird in einer Halle produziert und per Tieflader fertig geliefert.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir sind Architekten und hatten die Vision, Wohnraum als Serienprodukt zu vertreiben. Wir haben keine Partner gefunden, also haben wir das Haus selbst entwickelt.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen die Häuser im Web für weniger als 80 000 Euro, inklusive Ausstattung. Die Käufer sind meist junge Familien, die einen Zweitwohnsitz auf dem Land suchen, aber auch Hoteliers, die Yoga- Retreats oder Tagungshotels mit Bungalows bauen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir sind pragmatisch wie Bob der Baumeister und visionär wie die Design-Ikone Dieter Rams.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind ein bunter Haufen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, die eigentlich nicht zusammenpassen, aber trotzdem miteinander funktionieren. Bauingenieur und Onlinemarketingprofi, da kommen gute Dinge raus.

Was war euer größter Rückschlag?
Das war, als der Schauspieler, der unserem Firmennamen sehr ähnlich klingt, plötzlich für sehr negative Schlagzeilen gesorgt hat.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann wollen wir nicht nur Häuser verkaufen, sondern auch ein globales Netz von Minimalhäusern  betreiben, in das sich jeder einmieten kann. Eine Art Car2Go für Häuser.

Fakten zum Start-up

Kunden: 15 verkaufte Häuser und 25 Aufträge, die gerade umgesetzt werden
Finanzierung: Eigenmittel und Privatinvestoren
Gründung: 2018 in Berlin
Mitarbeiter: 6

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Wohnraum in Serie – das ist ein Markt mit viel Potenzial. Allerdings werden Häuser in Zukunft aus  dem 3-D-Drucker kommen. Meine Empfehlung ist, sich den Fortschritt der Technik zunutze zu machen.“
Frank Thelen, Gründer der Wagniskapitalfirma Freigeist, einstiger Investor bei MyTaxi und Wunderlist

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