Robert Bosch Venture Capital ist an mehr als 35 Start-ups weltweit beteiligt. Für weitere Investitionen stellt der Konzern nun 200 Millionen Euro bereit.

Dass Bosch seine Investitionen in Start-ups hochfahren will, war bereits bekannt. Nun hat der Technologiekonzern seine Pläne konkretisiert: Der vierte Fonds der Wagniskapitaltochter Robert Bosch Venture Capital (RBVC) wird einen Umfang von 200 Millionen Euro haben, teilte das Stuttgarter Unternehmen heute mit. Im Fokus stehen Start-ups, die auf Künstliche Intelligenz (KI), das autonome Fahren und das Internet der Dinge (IoT) spezialisiert sind.

Gegründet worden war RBVC bereits 2008. In die drei bisherigen Fonds flossen insgesamt 420 Millionen Euro. Zum aktuellen Portfolio gehören laut Bosch mehr als 35 Unternehmen. Zu den erfolgreichsten Investitionen gehört Graphcore. Der britische Prozessor-Hersteller produziert Hardware für das maschinelle und wird derzeit mit 1,7 Milliarden Dollar bewertet. In den USA hatte Bosch zuletzt in DeepMap investiert – das Unternehmen erstellt Karten für das autonome Fahren.

Bis zu zehn Beteiligungen jährlich

RBVC ist außer in Stuttgart und Frankfurt mit Büros in Sunnyvale (USA), Tel Aviv (Israel) und Schanghai (China) vertreten. Das Unternehmen gibt an, jährlich mehr als 2000 Start-ups zu sichten. „Wir investieren pro Jahr in sechs bis zehn ausgewählte Unternehmen“, erläutert Philipp Rose, kaufmännischer Geschäftsführer von RBVC. „Neben Kapital bieten wir auch Know-how und operative Unterstützung. Zusätzlich bringen wir Start-ups mit operativen Bosch-Einheiten zusammen.“

Neben Bosch haben in den vergangenen Wochen auch andere deutsche Großunternehmen ihre Wagniskapital-Fonds deutlich aufgestockt. Der Spezialchemiekonzern Evonik etwa will 150 Millionen Euro zusätzlich investieren. Der Versicherer Allianz sieht Investments in Höhe von 570 Millionen Euro vor.