Vorsichtig klingt das nun nicht gerade, wenn Sie gleich Marktführer werden wollen.
Ja, aber wir gehen nur in Märkte, in denen wir starke Partner haben wie jetzt in der Schweiz. Dort arbeiten wir mit Tamedia zusammen, dem führenden Medienhaus, das uns besonders im Bereich Werbung helfen soll. Und in der Schweiz gibt es zwar die gewöhnlichen Reinigungsdienstleistungen, aber keine Konkurrenz mit einem ähnlichen Ansatz. Insofern haben wir unser Ziel ganz klar so definiert, dass wir dort sofort den Markt besetzen wollen.

Wenn Sie eine Medienpartnerschaft eingehen, setzen Sie aber auch ein wenig auf Sichtbarkeit.
Natürlich. Da es keinen vergleichbaren Anbieter gibt, existiert bei dem Kunden keine Awareness, also kein Bewusstsein dafür, dass es einen Dienst wie unseren überhaupt gibt. Und immer, wenn ein Start-up wie Book A Tiger in einem solchen Szenario expandiert, kostet es relativ viel Geld, dieses Bewusstsein zu schaffen. Insofern ist ein Medienpartner schon sehr sinnvoll.

Wie sieht denn die langfristige Strategie aus? Noch mehr Expansionen?
Vorerst nicht. Im Unterschied zu unserer alten Firma Lieferheld, mit der wir so schnell wie möglich in möglichst viele Länder expandieren wollten, haben wir bei Book A Tiger eine andere Strategie. Der Reinigungsmarkt ist groß und wir müssen in der DACH-Region nicht größer werden als ein Mitbewerber. Jedenfalls jetzt noch nicht.

Wie sieht Ihre Strategie dann aus?
Wir wollen erst, dass alles perfekt bis ins kleinste Detail funktioniert. Es bringt nichts, wenn Sie eine Plattform, die noch nicht richtig funktioniert, in zehn Länder kopieren. Dann funktioniert sie in den zehn Ländern auch nicht richtig. Das kostet sehr viel Geld. Wir wollen eine Plattform bauen, die für Kunden wie Anbieter funktioniert. Sobald wir glauben, dass Book A Tiger soweit ist, werden wir sofort den Trigger ziehen und die Plattform in andere Länder bringen. Ich glaube, in diesem Jahr kommen aber ein, maximal zwei Märkte hinzu. Ab 2016 geht dann die aggressive Expansion los.

Sie sagten gerade, Sie wollen erst, dass alles funktioniert. Was funktioniert denn noch nicht?
Der Teufel liegt bei unserem Modell im Detail. Ein Beispiel: Wenn Sie eine Reinigungskraft mit Hundeallergie haben und Sie halten einen Hund, ist das nicht die ideale Putzhilfe für Sie. Und von solchen Fällen gibt es sehr viele, die müssen wir irgendwie abfangen.