Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Bliq, Julian Glaab, Torgen Hauschild und Johannes Riedel, an. Ihr Algorithmus errechnet freie Abstellplätze in Großstädten. Wie urteilt Investor Christian Miele?

Julian, Johannes, Torgen, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir helfen, in Städten die Mobilität effizienter zu machen. Menschen suchen heute oft lange nach einem  Parkplatz, weil sie nicht wissen können, wo einer frei ist. Wir verraten, wo die Suche lohnt. Dafür werten wir Positionsdaten von 24 Millionen Autos in großen europäischen und amerikanischen Städten aus. Wir erkennen, wo jemand einen Platz frei macht. Aus den Daten, die wir von den Autobauern erhalten, errechnen wir Wahrscheinlichkeiten. Solche Daten nutzen wir neuerdings auch, um Taxi- und Uber-Fahrern zu zeigen, wo viele Fahrgäste auf sie warten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir hatten als Studenten entschieden zu gründen und waren auf der Suche nach einer Geschäftsidee. Weil wir alle Probleme mit der Parkplatzsuche hatten, waren wir uns schnell einig.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Industriekunden wie die Bahn oder VW abonnieren den Dienst und zahlen je nach Menge der Abfragen. So können sie die Parkplatzsuche in ihr Angebot integrieren. Für Taxi- und Uber-Fahrer haben wir eine kostenpflichtige App.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …
b) …auf jeden Fall nerdig wie bei Google.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unsere 18 Mitarbeiter kommen aus neun Ländern, beispielsweise aus dem Kosovo, der Türkei und Schweden. Unser Frauenanteil liegt bei 40 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Anfangs haben wir die Parkplatzsuche als Handy-App angeboten, mussten aber feststellen, dass die Menschen nicht bereit waren, sie zu kaufen. Wir mussten auf Firmenkunden umstellen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Die Passagiersuche für Taxi- und Uber-Fahrer bieten wir dann in den wichtigsten Städten der Welt, aktuell gibt es sie nur in Berlin. Und auch die Parkplatzsuche haben wir ausgebaut.

Fakten zum Start-up

Kunden: 20 Unternehmen
Finanzierung: Preisgelder und Wagniskapital
Gründung: 2017 in Braunschweig
Mitarbeiter: 18

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Der Markt für Parkplatzlösungen ist sehr überfüllt. Ich finde den Wechsel von Privat- zu Geschäftskunden deshalb schlau und auch das neue Produkt für Taxis und Uber-Fahrer interessant.“
Christian Miele, Partner beim Risikokapitalgeber Eventures in Berlin – und Mitglied der Unternehmerfamilie Miele

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