Zwei Drittel der etablierten Unternehmen hierzulande arbeiten nicht mit Start-ups zusammen. Welche Gründe dahinter stecken, zeigt eine aktuelle Befragung.

Ist die Annäherung von Start-ups und etablierten Unternehmen nur ein Lippenbekenntnis? Das zumindest lässt eine aktuelle Umfrage von Bitkom vermuten. Der Digitalverband befragte 606 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern aus allen Branchen – mit ernüchternden Ergebnissen:

Zwei Drittel der an der Umfrage beteiligten Firmen arbeitet aktuell nicht mit Start-ups zusammen – und das obwohl (oder weil?) 27 Prozent befürchten, dass aufstrebende Start-ups die eigene Marktstellung gefährden. Vor zwei Jahren hatten diese Befürchtung erst 18 Prozent.

Welche Gründe stecken hinter dem Mangel an Kooperationen?

Die Gründe für die ausbleibende Zusammenarbeit ähneln sich häufig: So gibt jeder zweite der Geschäftsführer (53 Prozent) an, keine Zeit für Start-up-Kooperationen zu haben. Vor zwei Jahren lag der Anteil mit 39 Prozent deutlich darunter. Rund drei Viertel (73 Prozent) nennen fehlende Kontakte zu Start-ups. 59 Prozent sagen, sie sähen keinen Mehrwert in einer Kooperation mit Start-ups bzw. es gebe kein geeignetes konkretes Projekt (56 Prozent).

“Unternehmen verkennen die Chance”

Fehlende finanzielle Mittel spielen dagegen nur bei jedem vierten Unternehmen eine Rolle. Bitkom-Präsident Achim Berg kritisiert diese Haltung: „Wer keine Zeit für eine Zusammenarbeit mit Start-ups hat, hat offenbar keine Zeit für die Zukunft seines Unternehmens. Start-ups sind nicht nur besonders innovationsstark, sie bringen auch frischen Wind in eingefahrene Strukturen und Prozesse. Für etablierte Unternehmen können Start-ups die entscheidenden Impulse bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle setzen – über alle Branchen hinweg. Viele Unternehmen tun sich immer noch schwer damit, den digitalen Wandel zu gestalten. Umso wichtiger sind Kooperationen und Partnerschaften zwischen jungen und etablierten Unternehmen, damit deutsche und europäische Unternehmen auf dem Weltmarkt führend bleiben.“