Das Thüringer Start-up entwickelt Software, um Gästen und Hoteliers das Leben einfacher zu machen. Internationale Investoren helfen jetzt bei der Expansion – erst einmal ins Nachbarland.

Vom Check-in bis zur Temperaturkontrolle, von Boutique-Unterkunft bis Hotelkette: Betterspace mit Sitz in Ilmenau und einem Standort in Kassel entwickelt Miet-Software, die Gästen und Mitarbeitern einen digitaleren Hotel-Alltag ermöglichen soll. Mit diesem Ansatz weicht das junge Unternehmen von der Strategie anderer Software-Start-ups: Die fokussieren sich ganz bewusst auf eine klar abgesteckte Nische. Konkurrent Hotelbird beschränkt sich immerhin auf den Austausch mit den Gästen.

Betterspace hingegen liefert bei Bedarf auch über Partner die Hardware mit, um eine digitale Raumtemperatur-Überwachung in Hotelzimmern zu installieren – ist die Heizung an und das Fenster auf, wird eine Alarmierungs-E-Mail an das Personal geschickt. Man wolle die Hotellerie mit „ganzheitlichen Lösungen überzeugen“, sagt Vorstandsvorsitzender Alexander Spisla.

Fusion von zwei Hotellerie-Start-ups

Die breite Angebotspalette geht auch auf die zwei Gründungsgeschichten des Unternehmens zurück: 2017 fusionierten Betterspace mit dem Schwerpunkt automatisierte Gebäudesteuerung und SD Concept mit dem Fokus digitale Gästekommunikation zu einer Firma.

700 Kunden aus zehn Ländern habe man bereits, teilt das Start-up in einer Pressemitteilung mit. Mit der Hilfe von zwei neuen Investoren, die insgesamt drei Millionen Euro einbringen, soll der Internationalisierungskurs jetzt fortgesetzt werden. Strategisch will das Start-up zunächst einen heimatnahen Auslandsmarkt bearbeiten: In Salzburg existiert seit Anfang des Jahres ein eigenes Büro, um die dortigen Hotels vom Software-Angebot zu überzeugen. Man sei auf einem guten Weg, dort eine ähnliche Marktdurchdringung zu erreichen wie in Deutschland, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Investoren bringen Energie-Know-how mit

Das frische Kapital ermöglicht jetzt zusätzliche Anstrengungen bei Vertrieb und Produktentwicklung. Als Gesellschafter kommt zum einen Statkraft Ventures dazu. Hinter dem Risikokapitalgeber steht der gleichnamige norwegische Energiekonzern, der wie seine deutschen Konkurrenten seit einigen Jahren breit in Start-ups rund um Versorgungs- und Effizienzthemen investiert. In Deutschland ist Statkraft etwa am Solaranlagen-Vermittler Zolar oder dem E-Auto-Service eeMobility beteiligt. Die Reduzierung der Betriebskosten bei gleichzeitiger Steigerung der Einnahmen sei ein „starkes Verkaufsargument“, kommentiert Statkraft-Ventures-Investment-Manager Stefan Hülsen.

Zum anderen beteiligt sich das Investorennetzwerk EIT InnoEnergy. Der europaweit aktive Frühphaseninvestor mit dem Fokus auf Energiethemen ist nach eigenen Angaben in mehr als 200 Start-ups investiert. Dazu zählt zum Beispiel Hardt Hyperloop, an dem sich der deutsche Investor Frank Thelen kürzlich beteiligte. Zudem hat sich EIT in Deutschland an dem Luftentfeuchter-Start-up Duschkraft aus Rostock beteiligt.