Die Familie Behn hat die Kartenmacherei zu Millionenumsätzen geführt. Mit den Gewinnen wollen die Gründer nun neue Start-ups aufbauen. Kein einfaches Unterfangen.

Bei Celebrate gibt es im Moment wenig zu feiern. Die App sollte den Nutzern ermöglichen, digitale Hochzeitseinladungen zu versenden und Informationen rund um das Fest an die Gäste zu senden. Jetzt aber wurde Projekt erst einmal auf Eis gelegt – und soll in näherer Zukunft mit einem neuen Fokus wieder auferstehen.

Dabei hätte das Start-up das Kerngeschäft seiner Initiatoren erweitert: Hinter Celebrate stehen die Gründer der Kartenmacherei, die ihr Digitalunternehmen ohne externe Investoren zu einer Größe von aktuell knapp 40 Millionen Euro Umsatz bei 170 Mitarbeitern gebracht haben. Nun haben Christoph Behn, seine Frau Jennifer und sein Bruder Steffen die Dachgesellschaft Better initiiert.

Konkurrenz der Company-Builder

Dort sollen in den kommenden Jahren neue Start-ups angeschoben und bei Erfolg ausgegründet werden. Damit bauen die Digitalunternehmer eine Art familieninternen Company-Builder. Auf ähnliche Modelle setzen auch zunehmend Mittelständler wie Viessmann oder die Werbeagentur Zum Goldenen Hirschen. Erfolgreiche Digitalunternehmer wie Relayr-Gründer Harald Zapp mit Next Big Thing bauen ebenfalls allein oder mit Partnern neue Start-ups auf, andere Gründer mit gesicherter Rente fokussieren sich auf Investments in oder die Rolle als Berater bei vielversprechende Ideen.

Im ersten Schritt sollen bei Better die Ideen dabei rund um die Produkt- und Dienstleistungswelt der Kartenmacherei entstehen. Celebrate sieht Christoph Behn daher als einen ersten Schritt auf diesem Weg: „Da haben wir viele Fehler gemacht, aber auch viel gelernt“, sagt Behn im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.

Drei bis vier weitere Ideen testet das zehnköpfige Team heute bereits, darüber hinaus gibt es eine Liste mit dutzenden weiteren Ideen, die über die Jahre als Kartenmacherei-Chefs zusammengekommen sind. Wie viele Start-ups am Ende entstehen, ist dabei unklar. Im Moment will Behn vor allem strukturierter analysieren, welche Ideen tragfähig für ein eigenes Unternehmen sind: „Wir wollen vorab inhaltlich mehr in die Tiefe gehen, um zu sehen, welche Ideen wirklich zu uns passen – und dann richtig in den Start-up-Modus hereingehen.“

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