Knapp neun Millionen Euro sammelt das Digitalunternehmen von Investoren ein. Der Hauptsitz wandert jetzt in den Hauptmarkt – die Produktentwicklung bleibt in Köln.

Die Reisekasse ist üppig gefüllt: Mit einer gerade abgeschlossenen Finanzierungsrunde will das bisher in Köln ansässige Software-Start-up ArangoDB einen größeren Schritt in die USA wagen. Das 2014 gegründete Unternehmen hat dafür Risikokapital in Höhe von knapp neun Millionen Euro erhalten. Neu dabei ist der US-Tech-Investor Bow Capital. Target Partners beteiligt sich erneut an ArangoDB – die Gesellschaft war 2017 bei den Software-Spezialisten eingestiegen.

Das Start-up vertreibt eine Datenbank-Software, die Softwareentwicklern die Arbeit erleichtern soll. Weil immer mehr Firmen immer stärker auf digitale Dienstleistungen oder Apps setzen, steigt in deren IT-Abteilungen der Bedarf nach Hilfe im Entwicklungsprozess – ArangoDB nennt Konzerne wie Airbus, Thomson Reuters oder Barclays als Referenzkunden. Auch deutsche Start-ups wie Instana aus Solingen profitieren von ähnlichen Entwicklungen.

Mehr als 50 Prozent des Umsatzes macht ArangoDB dabei nach eigenen Angaben bereits in den USA. Dort wachse das Geschäft zudem am schnellsten, heißt es in einer Pressemitteilung. Die offizielle Firmenzentrale wird deshalb nun nach San Francisco verlegt. An der Westküste sollen größere Teams in den Bereichen Marketing, Kundenservice und Personal aufgebaut werden.

Netzwerke knüpfen im Silicon Valley

Von der verstärkten Präsenz im Silicon Valley erhofft sich das Start-up gleich mehrere Vorteile: Die bisherigen Kunden – darunter sind heute bereits zahlreiche große US-Konzerne – sollen sich besser betreut fühlen. Außerdem will man leichter an technisch versierte Mitarbeiter kommen. Daneben hoffe man auf einen „Netzwerk-Effekt als Teil des Silicon Valley-Ökosystems“, heißt es gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Das Team von sechs Mitarbeitern in den USA soll sich bis Jahresende verdoppeln. Verstärkt werden sie auch durch den Umzug von deutschen Start-up-Mitarbeitern, „um in neuen Teams Fachwissen aufzubauen und den Transfer der Unternehmenskultur zu ermöglichen“.

Die alte Heimat Köln spielt trotzdem weiterhin eine große Rolle: Mit mehr als 40 Mitarbeitern soll von hier aus die zentrale Produkt- und Softwareentwicklung erfolgen. Einen ähnlichen Schritt ist vor einiger Zeit auch das Drohnenabwehr-Start-up Dedrone gegangen. Dessen Firmensitz ist ebenfalls in die USA verlegt worden, die Ingenieure arbeiten vom alten Standort Kassel aus.