Der Movinga-Geschäftsführer spricht von einem „strategischen Wechsel“: Künftig wolle man lieber die eigene Marke bekannter machen und habe deshalb viel Geld in Fernsehwerbung investiert. Auch in der analogen Welt ist Movinga jetzt aktiv und schickt seine Mitarbeiter sogar zu Baumärkten, um dort mit eigenen Ständen um Kunden zu werben.

Movinga macht dieses Jahr nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro Umsatz, ungefähr die Hälfte davon in Deutschland. Im Kernmarkt sei man bereits profitabel, ab der zweiten Jahreshälfte 2017 werde man dies auch insgesamt schaffen, sagt Hänsel. Bisher ist Immoscout der größte von elf Partnern, über die Movinga Umzugsanfragen generiert.

PR-Agentur von Movinga verbreitet Gerüchte über Move24

Das kommende Jahr wird zeigen, welcher der beiden Umzugs-Plattformen den Wettlauf um Kunden, Investoren und Marktmacht gewinnt: Move24, deren Call Center mit der neuen Kooperation heiß laufen wird; oder Movinga, die beweisen müssen, dass die neue Ausrichtung tatsächlich eine fundierte Strategie ist – mit der sie sich auch ohne den bisher größten Partner auf ihrem Heimatmarkt halten können.

In jedem Fall wird der Wettbewerb zwischen den Start-ups härter, der Umgang unfairer. Nach dem Gespräch mit Movinga schickte der verantwortliche PR-Agent eine E-Mail an WirtschaftsWoche Gründer mit dem Hinweis, es sei ja „ein offenes Geheimnis“, dass der Konkurrent Move24 bei der letzten Finanzierungsrunde nicht 13, sondern nur 4,5 Millionen frisches Geld eingesammelt habe. Die Differenz seien angeblich Brückenfinanzierungen gewesen, die in der Zwischenzeit schon verbrannt wurden.

Darauf angesprochen antwortet Ante Krsanac, Chef von Move24: „Diese Angabe ist falsch und entbehrt jeder Grundlage. Die von uns genannte Zahl von 13 Millionen Euro beziffert das Gesamtinvestment der Serie B. Ich kann auch mit Sicherheit sagen, dass es für Move24 gar keine Brückenfinanzierung im Frühjahr 2016 gab.“

Interessanterweise habe er schon Ende Oktober von einem anderen Medium dieses Gerücht gehört – in exakt dem gleichen Wortlaut. Denn auch damals war die Quelle die von Movinga beauftragte PR-Agentur.