Eher unwichtig sei dagegen das Gehalt. „Leute, die in einem jungen Unternehmen anheuern, akzeptieren, dass sie solange weniger verdienen als Kollegen in großen Firmen, bis sich das Start-up etabliert hat. Es ist eine Art Versprechen auf die Zukunft.“

Ein Versprechen, mit dem sich natürlich nicht alle Berufsanfänger zufrieden geben. Diejenigen gezielt zu erreichen, die sich darauf einlassen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe für die Personalverantwortlichen eines Start-ups.

„Wenn sich ein Start-up auf die Suche nach neuen Mitarbeitern macht, sind meiner Erfahrung nach Hochschulen, Jobmessen oder andere uninahe Veranstaltungen die besten Anlaufstellen“, sagt der Start-up-Berater Andreas Herzog. Viele Studenten seien bei den Einstiegsgehältern flexibler und sehnten sich zudem nach einer Aufgabe, nach Wahrnehmung und Bedeutung, statt nach einem Nine-to-five-Job als Rädchen im Konzerngetriebe.

„Wer einmal Blut geleckt hat, wird ein super Mitarbeiter“

Wichtig ist auch: Anders als Berufstätige, die bereits eine eigene Familie und somit finanzielle Verpflichtungen haben, können die meisten Absolventen auch damit leben, dass ein gewisses Risiko besteht, dass ihr Arbeitgeber in den kommenden Monaten oder Jahren scheitern könnte.

Andreas Herzog rät Gründern dazu zukünftige, potentielle Mitarbeiter bereits als Studenten über Praktika oder als Werkstudenten an das Unternehmen zu binden: „Wer einmal Blut geleckt hat, wird ein super Mitarbeiter nach dem Studium. Dabei ist es wichtig, die jungen Leute wirklich einzubinden und ihnen verantwortungsvolle Aufgaben zu überlassen. Diese Erfahrung prägt und kommt in den ersten Berufsjahren im Konzern oder bei großen Mittelständlern so gut wie nicht vor.“

Auch die Gründer von Shpock sind zurzeit wieder auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Das 65-köpfige Team soll um 25 neue Angestellte wachsen. Jede Menge Partien Dodgeball also, die da in den kommenden Monaten anstehen.