Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute die Gründerin von Ally Allergens, Christina Rückert, an. Ihr Start-up erarbeitet ein Siegel für sicheres Essen. Wie urteilt Investorin Marie Hinderer?

Christina, du hast eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet dein Elevator Pitch?
Wir schaffen einen Standard für die Kennzeichnung von Allergenen in der Gastronomie. Restaurants geben wir unser Siegel. Wer das sieht, weiß, dass er dort sicher essen kann. Die Betriebe stellen wir auf der Plattform Ask Ally vor. Unsere Mission: Menschen mit Unverträglichkeiten und Allergien die
Freiheit zurückzugeben.

Wie bist du auf die Idee gekommen?
Ich habe Zöliakie und muss mich seit sechs Jahren glutenfrei ernähren. Oft endeten Restaurantbesuche in einem Desaster, weil es in Deutschland an Wissen fehlt. In meinem ersten Italienurlaub war ich verblüfft, wie einfach es sein kann. Dort gibt es mehr als 4000 zertifizierte glutenfreie Betriebe. Also habe ich beschlossen, das System auf sämtliche Allergene wie Laktose und Nüsse auszuweiten.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Unser Geschäft beruht vor allem auf Dienstleistungen für Gastronomen. Für die erste Zertifizierung und die jährliche Überprüfung zahlen sie Gebühren. An unserer Ally School beraten und schulen wir Gastronomen. Für unser Portal Ask Ally planen wir ein Bezahlmodell: etwa einen 14-Tage-Pass für Urlauber.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…ein Mix aus Leidenschaft und Perfektionismus.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Drei von vier im Team sind Frauen.

Was war euer größter Rückschlag?
Zu Beginn war das Unternehmen eine One-Woman-Show. Ich hatte einen Mitgründer, der aus persönlichen Gründen abspringen musste.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ist unser Standard die verlässlichste Informationsquelle für Allergiker und sicheres Essen. Mit 700 zertifizierten Läden und 50.000 Menschen im In- und Ausland, die sich über Ask Ally informieren.

Fakten zum Start-up

Kunden: Ally Allergens ist Teil der Community Zöliakie Austausch  mit rund 28 000 Mitgliedern und hat 15 Gastronomiekunden
Finanzierung: Eigenmittel und Förderungen
Gründung: 2019 in Hamburg
Mitarbeiter: 4

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 2/5
Timing: 4/5

Urteil: „Die Kennzeichnung ist sinnvoll. Es scheint aber zeit- und kapitalintensiv, jedes Lokal einzeln anzusprechen. Die Fluktuation in der Gastronomie ist hoch, der Markt also schwierig.“
Marie Hinderer, Datenanalystin für das Berliner Büro der Investmentgesellschaft e.ventures

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