Nach einer Finanzierungsrunde von 55 Millionen Euro plant die Möbelplattform Made.com den Start in Deutschland – und den Angriff auf Rocket Internet.

Die Inneneinrichtungs-Website Made.com nimmt mit einer Geldspritze von rund 55 Millionen Euro den deutschen Markt ins Visier. Die Expansion in Deutschland sei ein zentraler Grund für die Finanzierungsrunde gewesen, betonte Gründer und Chef Ning Li am Montag. Aktuell sind Unternehmen der Start-up-Schmiede Rocket Internet wie Westwing und Home24 stark in dem Geschäft.

Made.com stellt günstigere Preise für Designermöbel in Aussicht, weil mit dem Verkauf über das Internet Aufschläge etwa für Import oder Großhandel wegfallen sollen. Das Unternehmen ist bisher unter anderem im Großbritannien und Frankreich aktiv.

Westwing verkündete im Februar – vorerst zur Probe – zusätzlich ein Online-Einrichtungshaus zu eröffnen und macht damit Ikea Konkurrenz. Der Unterschied zu Westwing: Während Kunden bei dem Onlineclub angemeldet sein müssen, um  an zeitlich begrenzten Rabattaktionen für Möbel und Einrichtungsgegenstände teilnehmen zu können, bietet Westwingnow ein festes Sortiment. Die Lieferung soll ein bis drei Tage dauern.

Für ein Rocket-Internet-Start-up geht Westwing damit einen sehr vorsichtigen Weg. Der Inkubator ist gewöhnlich dafür bekannt, Gründungen so schnell wie möglich in vielen Ländern gleichzeitig aufzubauen und so schnell wie möglich auf dem Markt mit massiven Werbemaßnahmen zu etablieren.

Home24 ist ein Onlinemöbelhaus, das nach Angaben von Rocket Internet eine Auswahl von 130.000 Produkten bietet und in Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien und Brasilien aktiv ist. Insgesamt soll es eine Million Nutzer weltweit haben. Das 2009 gegründete Unternehmen wird von Rocket selbst mit einem derzeitigen Wert von 819 Millionen Euro beziffert. Wie dieser Wert zustande kommt, schreibt die Start-up-Schmiede allerdings nicht.