Misstraue deinen Freunden

Es gibt kaum schöneres, als mit Freunden zu gründen. Alle sind hoch motiviert, können sich gegenseitig für die Idee begeistern und die Freundschaft scheint enger denn je. Nach einem Jahr aber hat einer keine Lust mehr, der Gründerfreund will aussteigen. Die Anteile am Unternehmen aber will er behalten. „Das stellt jede Freundschaft auf die Probe“, sagt Rechtsanwalt Kierdorf. Wie in einer Ehe sollte man daher auch unter Freunden einen Vertag schließen, der regelt, was im Falle einer Trennung passiert. Vesting nennt man das im Fachjargon.

Je nachdem, wie lange ein Gründer im Team war – ob nur ein paar Monate, oder gar ein paar Jahre –, wird im Vorfeld festgelegt, wie viel Prozent des Unternehmens der Aussteiger behalten darf. Im ersten Jahr bedeutet das meistens, dass alle Anteile abgegeben werden müssen. Das klingt hart, aber: „Der Vertrag sichert das Start-up ab und die Freundschaft wird dank klarer Regelungen nicht unnötig belastet“, weiß Siedlatzek.