Uber, Airbnb, Lyft: Große Start-ups verbreiten die Sharing Economy auch in Deutschland. Doch Verbraucherschützer sehen den Trend nicht nur positiv.

Ob Auto, Wohnung oder Werkzeug: Verbraucher legen bei Sharing-Angeboten im Internet nach Umfragen viel Wert auf Datenschutz und garantierte Leistung. „Sicherheit ist für Verbraucher ein hohes Gut. Ein Mindestmaß an Verbraucherschutz muss auch in der Sharing Economy gelten“, forderte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller beim Deutschen Verbrauchertag am Montag in Berlin.

„Sharing Economy“ ist das Schlagwort für Vermittlungsdienste, über die Privatleute Leistungen oder Gegenstände miteinander teilen. Mit den Geschäftsmodellen verdienen Unternehmen wie Uber, Airbnb oder Lyft eine Menge Geld – und werden auch selbst teils mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet. „Die Vermittlungsplattformen sind gefragt, Qualität sicherzustellen und für Transparenz zu sorgen“, sagte Müller.

Das Auto verleihen? Undenkbar!

Sharing-Angebote sind im Kommen, haben aber noch nicht den breiten Markt erreicht. Das zeigt die Umfrage, die die Verbraucherzentralen in Auftrag gegeben haben. Nur 13 Prozent der Befragten haben schon einmal eine Kleidertauschbörse genutzt, zehn Prozent einen Carsharing-Dienst, vier Prozent ein Apartment auf Tausch-Basis. Noch am häufigsten werden Mitfahrgelegenheiten in Anspruch genommen (36 Prozent) und Werkzeuge ge- oder verliehen (18 Prozent). Eine zweite Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

Laut der Umfrage der Verbraucherzentralen ist die Bereitschaft, selbst Dinge zu verleihen, tendenziell groß. Nur elf Prozent lehnen das rundheraus ab. Vier von fünf Befragten würden persönlichen Besitz aber nur jemandem aus ihrem Bekanntenkreis überlassen. Jeder Fünfte findet es undenkbar, sein Auto zu verleihen oder sich selbst jemandes Auto auszuborgen.

Sharing Economy

Was ist die Sharing Economy?
Welche Plattformen gibt es dafür?
Was hat das noch mit Teilen zu tun?
Ist das alles erlaubt?
Was sagen Gewerkschaften und Politik?
Müssen sich auch die etablierten Branchen ändern?

Aus Sicht des Soziologen Harald Welzer bringt die Sharing Economy überwiegend Nachteile. „Mit Teilen hat die „Sharing Economy“ wenig zu tun“, sagt er. Jede Form von Alltagshandlung werde zu Geld gemacht, warnte Welzer. Der Soziologe kritisierte außerdem, dass Vermittlungsplattformen für Fahrgelegenheiten und Privatzimmer viel Geld verdienten, während es an Arbeitsschutz und Versicherungen mangele.

dpa