Start-ups haben es schwer in der Anfangsphase Erfolge zu melden. Deshalb werden Gründer erfinderisch. Doch das ist keine gute Idee.

In der Start-up-Szene scheint es mehr Marktführer als Märkte zu geben: Zugegeben, Presseagenturen und Gründer ohne große Marketingabteilungen werden bei ihren Pressemitteilungen einfallsreich. Aber es ist auch eine ihrer Kernaufgaben, das eigene Unternehmen möglichst gut darzustellen. Mit welcher Unverfrorenheit manche Gründer ihre Geschichten aufhübschen ist jedoch erstaunlich – um nicht zu sagen dämlich, fast schon leichtsinnig.

Ein junger Gründer berichtete neulich auf einer Pitch-Veranstaltung voller Stolz, wie er einen neuen Partner gewonnen hat: In der Präsentationsfolie unter „Kooperationen“ baute er das Logo eines Dax-Konzerns ein, bei dem er sich lediglich einmal vorstellen durfte. Der neue Partner hakte nicht nach, sondern beeilte sich vielmehr, als kleinerer Player auch mit an Bord zu sein. Ob diese Partnerschaft von Dauer sein wird, darf bezweifelt werden. Bei einem kundigen Investor dürfte solch ein Schwindel bei den Plausibilitätschecks auffallen. Aber leider lassen sich auch noch zu viele potentielle Investoren von großen Namen oder einem eloquenten Gründer täuschen.

Cleverer ist es hingegen schon, wenn junge Unternehmen statt der absoluten Kundenzahl die Wachstumsrate gegenüber der Presse kommunizieren. Das bedeutet nämlich auch, dass Gründer schon ab dem zweiten Kunden von einer dreistelligen Zuwachsrate sprechen.