Mit rund 550.000 Einwohnern wächst Leipzig seit Jahren stetig und zieht vor allem immer mehr junge Gründer in die Stadt. Ab drei Euro pro Quadratmeter können Start-ups Büroräume anmieten und sind dabei nicht immer an Mindestmietzeiten gebunden. Das passt zur Flexibilität, die viele Startups auszeichnet. Das Wachstum Leipzigs und die positiven Standortfaktoren kann auch Stephan Stubner bestätigen: „Leipzigs Gründerszene hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Begonnen hat das um die Jahrtausendwende mit Unternehmen wie Unister“, sagt Stubner. Er hält den Lehrstuhl für Strategisches Management und Familienunternehmen an der HHL inne und unterstützt Studierende, die ihr eigenes Unternehmen gründen möchten.

„Dass Hochschulen Seminare und Coaching für das Gründen anbieten, ist noch eine relativ neue Entwicklung in Deutschland“, sagt Stubner. „Wir unterstützen Studierende in Leipzig beim Gründen indem sie ihre Ideen beispielsweise in einem freien Semester umsetzen und Pflichtseminare später nachholen können.“ Den Hype um Leipzig bewertet der Professor jedoch auch kritisch: „Günstige Mieten und gut ausgebildete Leute sind super Standortfaktoren.“ Ein leichter Standortnachteil seien jedoch immer noch die Investoren, die noch nicht ganz so zahlreich nach Leipzig kommen: „Bisher tummeln sich die meisten Kapitalgeber doch noch in Berlin. Aber Leipzig ist auf einem guten Weg diesen Nachteil in den nächsten Jahren auszugleichen.“