In Deutschland gibt es immer weniger Unternehmen. Die HHL Leipzig nennt Ursachen und fordert ein Start-up-Stipendium.

Die Zahl der Unternehmen in Deutschland geht zurück. Bis Ende 2016 wird es etwa 33.000 weniger Unternehmen geben als zu Beginn des Jahres. Das ist das Ergebnis einer Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management im Auftrag der FDP-Fraktionsvorsitzenden. Damit würde sich der Rückgang noch einmal verstärken: Schon 2015 war die Zahl der Unternehmen um 30 000 gesunken.

„Die Bedingungen für innovative Start-ups sind in Deutschland nicht gut genug, um eine Trendwende zu mehr Gründungen einleiten zu können“, sagt Andreas Pinkwart, Rektor der HHL. Ein wichtiger Grund dafür sei das fehlende Risikokapital. In anderen Ländern wie etwa den USA und selbst China stünden bis zu zwanzig Mal mehr Wachstumskapital für neue Unternehmen zur Verfügung. Auch im europäischen Vergleich steht Deutschland schlecht da: Der Anteil des investierten Wagniskapitals beträgt laut der Studie hierzulande 0,025 Prozent. In Großbritannien sind es 0,04 Prozent, in Schweden gar 0,065 Prozent.

Ein weiteres Problem sei die Bürokratie: Der Aufwand für Unternehmensgründungen betrage in Deutschland mehr als zehn Tage. In Frankreich und Großbritannien sind es laut HHL nur vier bis viereinhalb. „Die Bedingungen für Gründer müssen besser werden“, fordert FDP-Chef Christian Lindner. Er verlangt weniger Bürokratie, eine effektive Förderung von innovativen Gründern und einen flexibleren Arbeitsmarkt.

Zudem unterstützt Lindner einen Vorschlag der HHL, zur Verringerung des persönlichen Risikos einer Unternehmensgründung für die Gründer in der Frühphase ein wettbewerblich vergebenes Start-up-Stipendium einzuführen. „Die Vergabe des Start-up-Stipendiums kann durch erfahrene und dezentral agierende Institutionen wie Inkubatoren, Akzeleratoren oder Technologiegründerzentren zielgerichtet erfolgen“, erläutert Pinkwart.