Das Auge als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine: Für ihre Eye-Tracking-Technologie erhält die Wiener Firma EU-Fördergelder in Millionenhöhe.

Technologie fürs Auge: Das Start-up Viewpointsystem aus Wien hat sich eine Förderung der Europäischen Union (EU) in Höhe von 2,3 Millionen Euro gesichert. Das Geld stammt aus dem „Horizont 2020“-Innovationsprogramm, das Forschung und Innovation in der EU vorantreiben soll. Unterstützt werden speziell kleine und mittelständische Unternehmen (KMU).

Viewpointsystem arbeitet an einer Technologie namens Digital Iris. Dahinter verbirgt sich eine Datenbrille für den B2B-Bereich, die mit Eye-Tracking-Funktionen ausgestattet ist. Das heißt, das System verfolgt die Bewegungen der Augen und kann nach Angaben des Start-ups menschliches Verhalten in Echtzeit ablesen – zum Beispiel Bedürfnisse und Empfindungen wie Stress oder Müdigkeit. Mit Hilfe von Augmented Reality (AR) ließen sich so für den Moment relevante Informationen über die Datenbrille vor dem Auge einblenden. Zudem könne der Nutzer die AR-Anwendungen mit seinen Blicken steuern.

Neue Anwendungsfelder erschließen

Für die Weiterentwicklung der Technologie hat die Firma mit 40 Mitarbeitern nun nach eigenen Angaben die EU-weit sechsthöchste, jemals vergebene Förderung im Bereich „Open Disruptive Innovation“ erhalten. Außerdem werde das Team mit
Coachings, Mentoring und Kontakten zu Investoren unterstützt.

„Mit der Förderung können wir die Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf ein neues Level heben und sie Anwendungsbereichen wie Industrie, Mobilität, Sicherheit und Medizin zur Verfügung stellen“, lässt sich Gründer und Geschäftsführer Nils Berger in einer Pressemitteilung zitieren. Seine Firma ist seit 2016 im Bereich Eye Tracking tätig und wirbt damit, bereits 500 nationale und internationale Projekte in verschiedensten Branchen umgesetzt zu haben – unter anderem mit der Deutschen Bahn und dem Internationalen Flughafen in Wien.

Aktive Tech-Szene

Auch abseits der Mensch-Maschine-Interaktion konnte die Wiener Start-up-Szene in den vergangenen Monaten einige erfolgreiche Finanzierungsrunden vermelden: Im Dezember hat das Biotech-Unternehmen Hookipa Biotech in einer Serie C rund 50 Millionen Euro eingenommen. Die Firma beschäftigt sich mit der Entwicklung von aktiven Immuntherapien gegen Krebs und Infektionskrankheiten. Erst im März hat das Start-up Cogvis mit einem kontaktlosen Sturzsensor für Senioren 700.000 Euro eingesammelt.