Wie läuft es wirklich in Start-ups? Auf der Website startupsanonymous.com erzählen Unternehmer aus aller Welt was sie deprimiert und frustriert.

Fehlendes Kapital, ideenarme Mitarbeiter, zu wenig Schlaf. Es gibt vieles was die Gründer eines Start-ups umtreiben kann. Sicherlich wünscht sich darum so manch einer seinen Frust einfach mal laut in die Welt herausschreien zu dürfen.

Bei den allermeisten bleibe dies allerdings nur eine schöne Vorstellung, sagt Dana Severson, Betreiber von startupsanonymous.com, einer Website auf der sich Gründer und Start-up Mitarbeiter anonym über ihren Job beschweren können. Der Druck in der Szene sei riesig, darüber sprechen dürfte man aber nicht, sagt Severson im Interview mit Zeit Online.

Läuft alles, echt

„Das Überleben eines Start-ups hängt ja zum großen Teil davon ab, ob man Investoren und Kunden davon überzeugen kann, dass alles super läuft. Die Menschen fürchten ihrem Start-up zu schaden, wenn sie über ihre Angst oder psychische Probleme sprechen“, so Severson im Gespräch mit dem Online-Nachrichtenmagazin. Die meisten Gründer und Mitarbeiter seien zudem oft jung und unerfahren und hätten noch nicht gelernt wie man mit Stress und Niederlagen umgehe. Offiziell sei das Scheitern anerkannt, die Wahrheit sähe jedoch anders aus: „Die Verzweiflung, die Einsamkeit, die Existenzangst. Scheitern ist scheiße. Es tut so weh, als würde man eine geliebte Person verlieren. Und da hilft wenig, sich selbst einzureden, dass man auch dann gewinnt, wenn man verliert.“

Severson weiß, wovon er spricht. Der 42-jährige gründete 2012 Wahooley – eine Plattform, die Influencer und Start-ups zusammenbrachte, und scheiterte. Mit startupsanonymous.com allerdings ist er erfolgreich: Seit 2014 wurden dort fast 14.000 Geständnisse, Fragen und Antworten verfasst.