Die Anzahl der Deals steigt – aber die Summe des Risikokapitals in Europa bleibt stabil. Ein neues Einhorn ist dabei nicht in Sicht.

Das große Geld kommt aus den USA – und allzu oft bleibt es auch dort: Wenn es um Venture Capital geht, hängt der europäische Markt weiterhin hinter Nordamerika und Asien zurück. Das zeigt ein gemeinsamer Report der Unternehmensberatung PwC und des Marktanalysten CB Insights. In den ersten Monaten 2017 zählen die Beobachter in Europa 605 Finanzierungsrunden. Dabei wurden insgesamt 3,3 Milliarden US-Dollar investiert. Zum Vergleich: Auf dem nordamerikanischen Markt summierte sich das Investment auf 14,3 Milliarden US-Dollar, in Asien auf 9,3 Milliarden US-Dollar.

Die Zahl der Abschlüsse in Europa steigt dabei konstant: In den Jahren 2014 und 2015 wurden pro Quartal zwischen 414 und 547 Deals gezählt. Die investierte Summe stieg jedoch nicht parallel an, sondern lag in sechs der acht vergangenen Quartale über drei Milliarden US-Dollar. Insbesondere in fortgeschrittenen Finanzierungsrunden wird in Europa pro Deal signifikant weniger Geld ausgeschüttet als in Nordamerika oder Asien, wie ein Blick auf den Median der investierten Summen zeigt-

US-Investoren sind in Deutschland aktiv

Weder bei den größten Deals noch bei den aktivsten Investoren konnten sich dabei Europäer unter den Top 5 platzieren. Das meiste Geld im ersten Quartal 2017 erhielt der indische Online-Shop Flipkart mit einer Milliarde US-Dollar sowie das kalifornische Healthcare-Unternehmen Grail mit etwa 900 Millionen US-Dollar.

Die beiden rührigsten Finanziers stammen beide von der amerikanischen Westküste: Die Venture Capital-Firma New Enterprise Associates war mit 29 Finanzierungen im ersten Quartal am aktivsten – investiert hatten die unter andere in das Rocket-Start-up Payleven, welches 2016 mit dem Wettbewerber Sum-up fusionierte. Auf Platz zwei der aktivsten Investoren steht 500 Startups. Zu einem ihrer 26 Abschlüsse zwischen Januar und März zählt die Finanzierung beim Wohnungsvermittler Zenjobs.

Die europäischen Investitionen der letzten Quartale brachten dabei keinen neuen Shooting-Star mit sich. Seit einem Jahr haben die Beobachter von PwC und CB Insight kein neues Einhorn auf diesem Kontinent geählt – dazu zählt man Start-ups, deren Bewertung mindestens bei einer Milliarde US-Dollar liegt.