Das Unternehmen ist auf das Training von Algorithmen für selbstfahrende Fahrzeuge spezialisiert – und will vor allem in den USA wachsen.

Wo ist die Grenze zwischen Fahrbahn und Bürgersteig, wo laufen Fußgänger, wo stehen parkende Autos? Damit selbstfahrende Fahrzeuge ihre Umgebung sicher erkennen, setzen Autobauer auf Künstliche Intelligenz (KI). Ein Karlsruher Start-up will ihnen helfen, Daten für das Training der Algorithmen zu erzeugen – und setzt dabei ebenfalls KI-Systeme. Mit diesem Ansatz konnte Understand AI nun bei Investoren punkten: 2,8 Millionen Dollar, also knapp 2,3 Millionen Euro, hat das Start-up eingesammelt.

„Aktuell werden Millionen von Pixeln in Bild- oder Videodaten manuell markiert oder eingefärbt. Das ist zeitaufwändig, kostspielig und sehr fehleranfällig“, erklärt Gründer Marc Mengler. Sein Unternehmen nutze das Zusammenspiel von menschlicher Intelligenz und Algorithmen, um wichtige Daten für das autonome Fahren zu annotieren. So könnten Trainingsdaten schneller günstiger erstellt werden.

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von LEA Partners in Karlsruhe. „Wir sind extrem beeindruckt von der Vision des Teams und der Qualität und Tiefe der zugrundeliegenden Technologie“, erklärt Christian Roth, Managing Partner bei LEA Partners. Weitere Investoren sind die Wagniskapitalgeber Frontline Ventures, Synapse Partners und Agile Partners.

Mit der Kapitalspritze will Unterstand AI das aktuell 24-köpfige Team ausbauen und insbesondere in den USA wachsen. Das Unternehmen war im Mai vergangenen Jahres in das Mentorenprogramm des vom Bund geförderten German Accelerator Tech aufgenommen worden. Zu den Kunden des Start-ups zählen Unternehmensangaben zufolge bereits große Automobilhersteller und Zulieferer in Deutschland und den USA. Die Technologie kann aber auch in anderen Branchen genutzt werden – etwa in der Medizin oder für Drohnen.