Der Online-Marktplatz 99Designs hat zum Weltfrauentag seine Nutzer über deren Erfahrungen ausgefragt. Ergebnis: Frauen und Männer gründen ähnliche Start-ups – aber arbeiten unter anderen Bedingungen.

Hier eine neu gestaltete Website, dort eine neues Set an Visitenkarten: Auf dem Online-Marktplatz 99Designs werden Nutzer mit Designern zusammengebracht. Überwiegend kleine Unternehmerinnen und Unternehmer mit frisch gegründeten Start-ups nutzen die Plattform, um hier grafische Unterstützung zu suchen. Im Vorfeld des heutigen Weltfrauentags hat das US-Unternehmen mehr als 3000 Nutzer aus aller Welt, darunter knapp 500 aus Deutschland, nach den Bedingungen gefragt, unter denen sie arbeiten. Etwa zwei Drittel der Antworten stammten von Männern, ein Drittel von Frauen.

Ein Ergebnis: Bis auf wenige Ausnahmen gründen Frauen und Männer überwiegend Start-ups in denselben Branchen. Auch die Sorgen sind dieselben – Respekt vor der Suche nach neuen Kunden und die Hürde, die eigene Komfortzone zu verlassen, werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als größten Probleme benannt.

Eine Gemeinsamkeit auch bei der Frage nach dem größten Fehler: „Nicht um Hilfe bitten“ wurde laut 99Designs von beiden Geschlechtern am häufigsten genannt. Frauen seien immer lauter in ihrem Einsatz für politische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen geworden, sagt Pamela Webber, verantwortlich für Marketing und Operations bei 99Designs: „Viele dieser Veränderungen finden auch innerhalb des Unternehmertums statt, wie sich an den Ergebnissen unserer Umfrage ablesen lässt“, sagt Webber.

Weniger Frauen mit Finanzierungen

Doch die Bedingungen, unter denen die Nutzer arbeiten, unterscheiden sich deutlich: So ist laut der Umfrage jede zweite Frau in einem Einzelunternehmen tätig – bei Männern ist es nicht einmal ein Drittel. Zwei Drittel der befragten 99Designs-Unternehmerinnen arbeiten zudem vom Home Office aus, bei Männern ist es knapp die Hälfte. Auch bei der Finanzierung zeigen sich Unterschiede: 28 Prozent der teilnehmenden Männer gaben an, mindestens 100.000 US-Dollar für ihr Start-up eingesammelt zu haben. Bei Frauen lag dieser Wert bei 15 Prozent.

Diese Tendenzen hatten im vergangenen Sommer auch schwedische Wissenschaftler festgestellt: Frauen erhielten demnach von Investoren deutlich weniger Risikokapital zugesprochen. In Deutschland bleibt zudem auch weiter der reine Anteil von Gründerinnen eine Herausforderung: Laut dem letztjährigen Start-up-Monitor sind – trotz mehrmaliger Steigerungen – weniger als 15 Prozent der Start-ups von Frauen gegründet.