Die Gründer sollen das Geschäft mit Parkdaten beim Automobilzulieferer fortführen. Die App für Privatnutzer bleibt ebenfalls bestehen.

Angetreten ist Parkpocket 2013, um Autofahrern die Suche nach einem Stellplatz zu erleichtern. Eine App zeigt freie Plätze abseits der Straße an – also etwa in Parkhäusern oder auf Park & Ride-Plätzen. Das Team um Gründer und CEO Stefan Bader ist nun bei einem großen Automobilzulieferer untergeschlüpft: Zum 1. September hat Continental das Münchener Start-up komplett übernommen, wie die Unternehmen heute bekanntgaben. Zum Kaufpreis machten sie keine Angaben.

„Wir sind glücklich, nun Teil der Continental-Familie zu sein“, sagte Stefan Bader im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. „Mit der Agilität eines Start-ups und der globalen Durchschlagskraft von Continental sind wir zuversichtlich, unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen.“ Der Zeitpunkt der Akquise habe gut gepasst. Die Gründer, zu denen auch Karoline Bader, Marius Schneider und Benedikt Bergander gehören, bleiben an Bord – sie sind nun bei Continental beschäftigt.

Laut Stefan Bader will der Automobilzuliefer die Smartphone-App unter dem bisherigen Markennamen fortführen. Treiber für die Übernahme seien einerseits das Know-how der Gründer, andererseits die Backend-Lösungen des Start-ups. „Die App ist im Grunde ein Showcase. Unser eigentliches Produkt war schon bisher der dahinterliegende Daten-Layer.“

Auch Autohersteller nutzen die Daten

Angebunden an das IT-System sind beispielsweise Parkhausbetreiber und Städte – sie melden unter anderem Preise und die Zahl der aktuell freien Stellplätze.  Darüber hinaus gewinnt das Parkpocket-Team Informationen über Parkmöglichkeiten, welche nicht via Schnittstellen empfangen werden, durch Daten-Recherchen via Internet, Call Center und Vor-Ort-Scouting.

Die Daten von Parkpocket sind schon bisher an andere Unternehmen lizensiert worden, die Navigationslösungen anbieten. Dazu zählen Autohersteller wie VW und Audi sowie IT-Dienstleister wie Here. „Continental möchte unsere Lösung nun auch in eigene digitale Services integrieren“, erklärt Bader. Das B2B-Geschäft werde aber bestehen bleiben. Aktuell bietet Parkpocket seine Lösung für Deutschland, Österreich und Schweiz an. Continental will sie nun europaweit ausrollen und um neue Funktionen erweitern.

Mit der Übernahme löst Continental die bisherigen Investoren ab. Ende 2014 war Wayra, der Accelerator des Telekommunikationsanbieters Telefonica, bei Parkpocket eingestiegen. Ende 2015 beteiligte sich das auf Banken spezialisierte Stuttgarter IT-Unternehmen GFT Technologies. Auf der Automesse IAA, die morgen startet, ist Parkpocket bereits am Continental-Stand zu finden.