Das Human Resources Start-up Truffls erhält ein siebenstelliges Investment und will mit dem Geld eine neue Deep Learning Technologie vorantreiben.

Dass sich ein Computer für ein Unternehmen auf die Suche nach den passenden Mitarbeitern macht, hätte sich vor gar nicht allzu langer Zeit wohl noch niemand vorstellen können. Geradezu nach Science-Fiction hörte sich eine solche Idee noch vor einigen Jahren für viele Ohren an. Ein Kennenlernen zwischen Arbeitgeber und potentiellem neuen Arbeitnehmer, so stand fest, erfolgte von Angesicht zu Angesicht und natürlich von Mensch zu Mensch.

Heute dagegen mutet eine solche traditionelle Vorstellungsgespräch fast schon altmodisch an, nicht zuletzt dank einer immer größer werdenden Anzahl an europäischen Start-ups, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, den Bewerbungsprozess zu revolutionieren und zu vereinfachen.

Effizientere Bewerbersuche ermöglichen

Zuletzt verkündete das estnische Start-up MeetFrank, das mit der Einführung anonymer Bewerberprofile überzeugen will, den Sprung auf den deutschen Markt – mit einer Million Euro im Rücken, das die Gründer von den Risikokapitalgebern Hummingbird, Karma und Change Ventures eingesammelt hatten.

Auch die Berliner JobApp Truffls will in der Branche Erfolge feiern – und erhielt dazu nun finanzielle Unterstützung von Thomas Götzfried, Gründer und ehemaliger Vorstand der Goetzfried AG und Allgeier Experts SE, und von der Investitionsbank Berlin.

„Der Recruiting Markt befindet sich im Wandel zum Bewerbermarkt. Aber noch wesentlicher ist die technologische Entwicklung. Recruiting wird immer schneller, flexibler, mobiler und durch neue Algorithmen immer intelligenter. Truffls wird hier einen sicheren Platz haben und als ein führender Anbieter im Mobile Recruiting für Young Professionals eine Erfolgsgeschichte schreiben“, begründet Thomas Götzfried sein Engagement.

Mit Hilfe der siebenstellige Summe – die genaue Zahl wollte Co-Gründer Matthes Dohmeyer auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer nicht verraten – soll der auf der Basis von künstlicher Intelligenz basierende Auswahlprozess für neue Talente weiter verbessert werden.

„Mit Hilfe unserer neuen, bald an den Start gehenden Deep Learning Technologie wollen wir als eine Art digitaler Personalberater für unsere Kunden die passendsten Kandidaten identifizieren, ansprechen und vorqualifizieren“, erklärt Matthes Dohmeyer.