Mehr als zehn Millionen Euro kommen von bestehenden Investoren. Auch andere Start-ups um das venetzte Wohnen drängen aktuell wieder ins Scheinwerferlicht.

Warmer Geldsegen in der kalten Jahreszeit: Die Smart-Home-Plattform Tink hat eine Finanzierungsrunde über mehr als zehn Millionen Euro abgeschlossen. Das Geld soll dem schnelleren Wachstum des Shops dienen, der sich auf vernetzte Haushaltsgeräte – vom Lautsprecher über die Türklingel bis zum Mähroboter – spezialisiert hat.

Das 2016 gegründete Tink will sich dabei von anderen Online-Shops etwa durch Testberichte aus dem eigenen Testlabor absetzen. Dazu kommen soll nun auch dank der Finanzierung bald eine eigene App sowie ein Konfigurator für Privathaushalte. „Smart Home ist noch lange nicht vollständig im Massenmarkt angekommen“, weiß Mitgründer Marius Lissautzki, „aber wir haben es uns als Ziel gesetzt, einem breitem Publikum den Mehrwert eines vernetzten Zuhauses verständlich darzustellen und vor allem zugänglich zu machen.“

Zudem will das Start-up expandieren. Das Geschäft in den USA, wo Tink bereits ein Büro in San Francisco hat, soll ausgebaut werden – daneben will man weitere europäische Märkte erschließen. Daran glauben die bestehenden Investoren: Die neue Finanzierung stammt von den bisherigen Mitgesellschaftern Rocket Internet, dem Energiekonzern Vattenfall und dem Investmentarm des Medienkonzerns Pro Sieben Sat 1, SevenVentures.

Ziel: „Klammer zwischen Tech-Giganten”

Die Geldgeber bringen dabei zum Teil auch ein strategisches Interesse mit: Der TV-Konzern stellt Werbeminuten bereit, um die Markenbekanntheit des Shops zu steigern. Und einige Energieverträge von Vattenfall können bei Tink direkt mit den vernetzten Haushaltsprodukten kombiniert werden. „Der künftige internationale Rollout bietet uns die Möglichkeit, die positiven Erfahrungen in Deutschland in weiteren europäischen Märkten von Vattenfall zu nutzen”, heißt es von Vattenfall-Deutschland-Chef Rainer Wittenberg.

In den ersten Wochen der Heizperiode profitieren hierzulande bereits einige Smart-Home-Start-ups. Erst vor einer Woche konnte Tado Vollzug melden. Das Start-up, das selbst Thermostate baut und bei Tink im Shop als eine der „Top-Marken“ geführt wird, schloss eine Finanzierungsrunde über mehr als 40 Millionen Euro ab. Für Aufsehen sorgte das vor allem, weil unter den neuen Investoren auch der Online-Gigant Amazon ist.

Wie auch Google (mit dem Kauf von Nest und anderen Übernahmen) rechnet sich auch Amazon vielversprechende Chancen in diesem Markt aus. Dennoch fürchtet Tink nicht, im Wettbieten der Großen unterzugehen: „Die Tech-Giganten Amazon, Google und Apple setzen globale Standards im Smart Home-Markt“, sagt Tink-Mitgründer Julian Hueck. „Wir bilden die Klammer und fungieren als unabhängiger Berater über diese drei Plattformen hinweg.“