Unternehmen leben von Aufmerksamkeit. Insbesondere Start-ups haben derzeit das Glück besondere Aufmerksamkeit zu erfahren.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt wieder Tijen Onaran. Sie ist Gründerin von startup affairs, einer PR und Public Affairs Beratung für Start-ups, Venture Capitals und Unternehmen. Mit Women in Digital e.V. vernetzt Onaran Entscheiderinnen der Digitalbranche und macht diese sichtbar.  Vor der Gründung von startup affairs war sie als Leiterin Kommunikation beim Onlinehandelsverband Händlerbund und in unterschiedlichen Funktionen für Bundestags-, Europaabgeordnete sowie das Bundespräsidialamt tätig.

Aus „Irgendwas mit Medien“ ist „Irgendwas mit Start-ups“ geworden. Politik, Medien, Gesellschaft – der Start-up-Hype ist überall und mit einer guten Idee ist es zu Beginn einfacher denn je, im öffentlichen Raum stattzufinden – zu Beginn. Denn da gibt es ja auch noch Spannendes und Neues zu kommunizieren. Produkt, Gründerteam, Gründungsidee, Investoren, Investitionssumme, Zukunftspläne oder einfach nur das neue hippe Büro. Doch nach der ersten Kommunikationswelle kommt schnell der Stillstand. Pressemitteilungen über Kooperationen werden nicht aufgegriffen, die Konkurrenten auf dem Markt haben eine höhere Sichtbarkeit und auch die Gründerin im Team war schon in allen Magazinen. Und nun?

Zahlen, Daten, Fakten – das Must-Have für Gründer

Start-ups haben viel zu erzählen. Insbesondere die, die digital unterwegs sind. Sie wissen genau wie ihre Kunden ticken, was sie sich wünschen und haben damit wertvolle Informationen für spannende Geschichten. Nur darf nicht von Unternehmenssicht her gedacht werden, sondern ich muss in die Rolle des Lesers schlüpfen. Was möchte ich lesen? Das sind meistens Informationen, die einen Mehrwert bzw. einen „Aha“- Effekt bieten. Sei es ein E-Commerce-Unternehmen mit Schwerpunkt Kleidung, das einen Sockenatlas für Deutschland herausgibt oder eine Infografik über das Kaufverhalten von Hamburgern und Münchnern. Start-ups haben genügend Daten, die sie auf jeden Fall für ihre Story einsetzen müssen. Der beste Storyteller ist derjenige, der fesselt, überrascht und Zahlen zeigt.

Der Journalist als Sparringspartner

Viele vergessen: Journalisten sind Sparringspartner. Es hilft nicht, sie mit zahlreichen Pressemitteilungen oder Telefonaten zu bombardieren. Wenn die Geschichte gut ist, wird sie auch gebracht. Hier gilt das Motto „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“. Und: für eine gute Story braucht es nun mal Zeit. Sie muss gut recherchiert und vor allem gut erzählt sein. Insbesondere digitale und damit nicht greifbare Produkte müssen so dargestellt und aufbereitet  werden, dass sie verstehbar sind. Ganz abgesehen davon, dass auch hier ein Netzwerk förderlich ist. Rechtzeitig eine vertrauensvolle und inhaltliche Bindung aufbauen, kann nicht schaden. Der Journalist weiß immer besser, welche Themen den Leser interessiert.