Das Biotech entwickelt ein neuartiges Krebsmedikament. Vor einem Jahr war das Martinsrieder Unternehmen unser Start-up der Woche. Wir haben bei Geschäftsführer Pascal Schweizer nachgefragt, welche Fortschritte es seither gibt. 

 Die vergangenen zwölf Monate waren …

..sehr spannend und ergebnisreich. Besonders die Tatsache, die eigenen Visionen Stück für Stück in die Realität umsetzen zu können und zu sehen, dass diese aufgehen, ist ein sehr befriedigendes Gefühl.

Der größte Erfolg war …

…der Tag, an dem wir zum ersten Mal unseren Medikamentenkandidaten – durch unseren Lohnhersteller in größerem Maßstab hergestellt und in einen sterilen Reinraum in sogenannte Vials abgefüllt – in unseren Händen hielten. Sein eigenes Produkt, in das vorher viele Jahre medizinisch-naturwissenschaftliche Grundlagenforschung investiert wurde, in den eigenen Händen zu halten, ist dann doch ein sehr bewegender Moment.

Die wichtigste Lektion war …

…dass es diese eine Lektion in der Form nicht gibt. Biopharmazeutische Forschung und Entwicklung ist letztlich in vielen Facetten nicht vorhersehbar. Anders gesagt: Nur Versuch macht klug. Insofern ist es wichtig, flexibel auf neue Erkenntnisse zu reagieren und die eigene Planung vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse anzupassen. Dies ist uns bisher ganz gut gelungen.

Der Umsatz hat sich in den vergangenen zwölf Monaten …

…nicht verändert. Als forschendes biopharmazeutisches Unternehmen ohne zugelassene Medikamente generieren wir keine Umsätze, sondern fokussieren auf die Erforschung zukünftiger Blockbuster.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich …

…leicht, aber wie geplant nicht sehr stark erhöht. Als forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das ein virtuelles Business Modell verfolgt – also wesentliche Teile wie die industrielle Herstellung, präklinische oder klinische Studien an externe Firmen vergibt – ist dies auch nicht anders zu erwarten.

Einen Exit planen wir …

…wenn die Zeit dafür reif ist: Zum einen wird man gekauft, nicht verkauft, zum anderen ist Medikamentenentwicklung ein längerfristiges, Daten-getriebenes Geschäft.

Die größte Herausforderung in den nächsten zwölf Monaten wird …

…die Translation unseres Projektes in die klinische Entwicklung, denn dann wird es richtig spannend. Natürlich können einige medizinische Effekte vorab auch im Tier untersucht werden. Am Ende lautet aber die alles entscheidende Frage: Kann unser Krebsmedikament eines Tages helfen, betroffenen Patienten bessere Therapieoptionen zur Verfügung zu stellen und damit potentiell Menschenleben zu retten? Diese Frage ist letztlich nur in klinischen Studien zu beantworten.